Solange ich das biblische Alter von 35 Jahren, von dem ich leider nicht mehr allzu weit entfernt bin, noch nicht erreicht habe, darf ich noch in eine der besten Unterkunftsmöglichkeiten übernachten, die ich mir vorstellen kann: Hostels. Familiäre Atmosphäre und natürlich günstige Preise. Leider sind die meisten Hostels nur für Person zwischen 18 und 35 gedacht. Daher: Time is running! Denn rund um den Globus gibt es viele einzigartige Hostels, in denen ich schon übernachtet habe und sicher noch einige mehr, die es wert wären, entdeckt zu werden.
Meine fünf Favoriten sind bisher das Station Hostel in Köln, das Peace and Love Hostel in Paris, das Baroque Hostel in Budapest und das Kings House Hotel in Schottland sowie das Traffic Inn Hostel im südwestchinesischen Chengdu. Die ersten vier, allesamt europäische Hostels, zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie über eine Gemeinschaftsküche verfügen, sodass man nicht teuer essen gehen muss und, was mir viel wichtiger ist, beim Kochen interessante Menschen aus aller Welt kennenlernt. Da gibt es Japaner auf Europatour, denen man Tipps für den bald anstehenden Programmpunkt Hamburg geben kann. Es gibt Weltenbummler, die mit dem Rad China – das nebenbei bemerkt eine Fläche umfasst, in die Deutschland 27mal hineinpasst – durchqueren.
Und manchmal gibt es Freaks, die schnell zum Gesprächsthema unter den restlichen Hostelgästen werden. In einer Nacht im Mehrbettzimmer weckte mich ein Holländer auf Drogen um 4 Uhr nachts auf, um mehrfach nach der Uhrzeit zu fragen und mich anschließend stundenlang über mein Leben auszufragen. In Budapest streunte ein halluzinierender Ire zu nächtlicher Stunde herum, sprach mit Menschen, die nicht da waren, und sang hin und wieder ein Liedchen. Apropos Gesprächsthema: In Chengdu wusste bald jeder Hostelgast, ob er wollte oder nicht, von der neuesten Geschlechtskrankheit eines partywütigen Kanadiers, der ein Faible für die asiatischen Schönheiten hatte. Und die Moral von der Geschicht: ohne Gummi? Lieber nicht!