Die Dinge, die ich mag

Aufschreiben, was gut ist…

„Atmen“ – atemberaubend guter Film!

Roman sitzt im Knast. Wenn er Ausgang hat, geht er auf den Friedhof. Hier liegt der Junge begraben, den er als 14jähriger zu Tode geprügelt hat. Damals war ein Heimkind. Seine völlig überforderte Mutter hatte ihn bereits als Baby weggegeben. Vom Heim direkt ins Gefängnis. Er kennt nichts anderes als starre Regeln und Kontrolle. Überall Kameras, abmelden, anmelden. Regelmäßig schaut man ihm in sämtliche Körperöffnungen. Routine, Roman kennt nichts anderes. Der Zuschauer kann seine Angst vor der Freiheit spüren. Bald wird der mittlerweile 19jährige vorzeitig entlassen, wenn es ihm gelingt, eine Ausbildungsstelle zu finden. Trotzig entscheidet er sich für ein Bestattungsunternehmen.

Prompt kommt er am ersten Tag zu spät, wirft jedoch nicht hin, denn von diesem Ausbildungsplatz hängt sein erster Schritt in die Freiheit ab. Leicht machen es ihm die neuen Arbeitskollegen zunächst nicht: Sie behandeln den „Knasti“ recht barsch. Roman weiß sich noch nicht in der ungewohnten Umgebung zu bewegen. So bittet er einmal einen Kollegen, ihm beim Binden der Krawatte zu helfen. Dieser lehnt ab, sodass der Junge vorm Chef bloßgestellt wird. Eine ähnliche Situation später ihm Film – eine meiner Lieblingszenen: Derselbe Mitarbeiter bindet vorm Spiegel seine Krawatte. Er ist eigentlich bereits fertig, löst den Knoten jedoch wieder, als der Junge von hinten herantritt, und beginnt langsam noch mal von vorn, sodass Roman sich die Technik bei ihm abschauen kann. Die Miene des Mannes bleibt hart und ausdruckslos, doch die Geste zeigt, dass sich etwas verändert hat. Er kommt zwar nicht aus seiner Haut, bleibt ruppig, doch hat er Roman ins Herz geschlossen.

Romans Begegnung mit seiner Mutter und das Ende des Films möchte ich nicht vorwegnehmen, doch so viel sei gesagt: ein großartiger Film!

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Menschenrechte für 1,4 Milliarden und Denkanstöße für alle

Der Victor, das wissen diejenigen, die hin und wieder meinen Blog lesen, interessiert sich nicht nur für das allabendliche Fernsehprogramm. Irgendwie reicht ihm das nicht, diesem verrückten Hund. Deshalb treibt er sich bald hier und bald dort herum, um bloß nichts im politischen, gesellschaftlichen, kulturellen oder kulinarischen Bereich zu verpassen.
„Stimmt“, sage ich. Ich muss immer überall dabei sein, interessiere mich für tausend Dinge. In einer modernen Wissens- und Informationsgesellschaft wahrscheinlich keine so schlechte Eigenschaft. Doch wo geht er hin, der Bildungsbürger von heute, um sein Verlangen nach Kunst und Politik zu stillen? Nun, beispielsweise zu den Veranstaltungen der Hamburger Körber-Stiftung. Zumindest tue ich das hin und wieder. Interessante Themen gibt es zuhauf: Mal geht es um Migration, mal um Europapolitik, dann wieder um asiatische Länder und manchmal auch um Musik.

Bei der letzten Veranstaltung der Körber-Stiftung, die ich besuchte, lautete das Thema: „Dialog in der Krise – China, Europa und die Menschenrechte“ – ein hochbrisantes Thema und dementsprechend hitzig war teilweise die Diskussion. Der Architekt Herr von Gerkan nahm eine recht wirtschaftliche Position ein und wetterte gegen den „Menschenrechtsimperialismus“ der Europäischen Union. Tilman Spengler, ein Sinologe, versuchte ihn zu beruhigen, indem er freundschaftlich seinen Arm tätschelte, und erwies sich im Laufe des Abends als grundsympathischer Typ, der das Prädikat „schweinecool“ verdient. Hinsichtlich der Menschenrechte habe sich in China schon viel getan, berichtete ein Chinese aus dem Publikum, während die Politologin Frau Dr. Kinzelbach der Meinung war, es sei möglich, das Tempo, in dem sich die Verbesserungen vollzögen, zu erhöhen. Der chinesischstämmige Journalist Ming Shi versorgte zwischendurch vor allem Herrn von Gerkan immer wieder mit einigen Informationsupdates. Einzig die Publikumsfrage, ob wachsender Wohlstand den Wunsch nach mehr Menschenrechten fördere oder bremse, versehen mit dem Hinweis, die DDR sei schließlich wirtschaftlich „ausgeblutet“ blieb schließlich im Raum stehen und im Kopf – zumindest in meinem – hängen.

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Sushi und Globalisierung an der Festtagstafel

Weihnachten. Standardprogramm: Auto packen, stundenlang auf meine Freundin warten, deren Wimpern vor der Abfahrt selbstverständlich noch akribisch getuscht werden müssen. Dann endlich losfahren, im Stau stehen, völlig entnervt und natürlich zu spät zum Mittagessen bei meinen Eltern aufkreuzen, noch völlig überfressen ein gefühltes Kilo Kuchen (“Ach Junge, nimm doch noch!”) draufschaufeln und schließlich nach dem üppigen Abendessen unter den Weihnachtsbaum rollen, um Geschenke auszupacken. Wenigstens die Kirche fiel dieses Jahr wegen allgemeinem Völlegefühl und der damit verbundenen Trägheit aus.

Ein wenig Magendrücken nahm ich aber gern in Kauf, denn zum Abendessen gab es dieses Jahr statt dem üblichen Gänsebraten Sushi satt! Grund war zwar nicht etwa meine Vorliebe für asiatisches Essen, sondern der Gesundheitstrip, auf dem meine Mutter sich gerade befindet. Hauptsache war jedoch die Tatsache, dass ich nach Herzenslust zulangen konnte. Auch das gemeinsame Zubereiten hat viel Spaß gemacht. Ich war überrascht, aber es ist wirklich gar nicht so schwierig mithilfe der Bambusmatte ein wenig Reis plus Füllung in ein Algenblatt (Nori) zu wickeln. Am besten schmeckt mir Thunfisch mit Avocado und auch Surimi ist nicht übel. Am leichtesten zuzubereiten ist Sashimi, eine Sushi-Art, bei der einfach ein Stück roher Fisch auf ein Reisbällchen gelegt wird. Das einzig Schwierige aber auch das Leckerste sind California Rolls: eine amerikanische Variante dieses japanischen Gerichts, bei der der Reis sich außen befindet und das Nori-Blatt somit umhüllt. In Sesam gewälzt – ein Traum!

Sushi als Weihnachtsessen ist ein weiterer Beweis dafür, dass alle Bereiche unseres Lebens der Globalisierung unterworfen sind und außerdem eine der besten Ideen, die meine liebe Mutti jemals hatte!

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Alle Wetter! Schuhkauf für Fortgeschrittene

Weiße Weihnachten!? Fehlanzeige! Stattdessen allerfeinstes Hamburger Matschwetter mit allem, was so dazugehört: Fiese Eiseskälte, rauer Wind, Regen natürlich und am schlimmsten: Schneeregen. „Versuchen kann man es ja mal …“, denkt sich der Winter wohl und wirft hin und wieder eine Ladung Schneematsch über der schönsten Stadt der Welt ab. Ungemütlich. Aber einen (fast) waschechten Hamburger Jung schreckt das selbstverständlich nicht! Und so kommt es, dass ich mich bei Wind und Wetter durch den Stadtpark kämpfe, um dem Winterspeck keine Chance zu geben. Der Vorteil bei dem Wetter ist, dass die Anzahl der verzogenen Hunde und Kleinkinder im Vergleich zum Sommer um ein Vielfaches geringer ist. Das wiederum ist sehr angenehm.

Als kleine zusätzliche Motivation für mich legte ich mir kürzlich neue Laufschuhe zu. Eine längst fällige Investition. Ich vermutete, das alte Paar seit circa sechs Jahren zu besitzen, doch der fachkundige Verkäufer im Hamburger Laufladen, der sämtliche Modelle auswendig kannte, schätzte das Alter meiner Treter eher auf neun Jahre. Er bestätigte mir, was ich befürchtet hatte: Die Federung war komplett hinüber.

Nach einer Laufanalyse probierte ich gut eine Stunde lang Schuhe an. Schuh an, schnüren, fester schnüren, Fersenschnürung, Schuh wieder aus – nächster! Irgendwann hörte ich auf zu zählen. Unglaublich, dass Frauen Spaß am Schuhkauf haben! Schließlich dann aber endlich die Erlösung, als das richtige Paar gefunden war. Das darf ich jetzt zwei Wochen lang in der freien Wildbahn testen und kann es bei größeren Problemen noch umtauschen. Ja liebe Frauen, nennt mir mal einen Schuhladen, der eure getragenen Pumps zurücknimmt!

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Bazillensuppe statt Asia Food

Kein Schnee weit und breit, doch dass es Winter wird, merkt man dennoch sehr deutlich. Woran? Jeder, mit dem ich in diesen Tagen spreche, ist krank, war gerade krank oder verspürt momentan die ersten Anzeichen einer herannahenden Erkältung. Die Bazillen-Suppe wabert geradezu durch Hamburg, die ganze Stadt hustet und prustet. Vermutlich werden die Preise für Taschentücher angesichts der gegenwärtig ins Unermessliche steigenden Nachfrage demnächst innerhalb kürzester Zeit geradezu explodieren.

Freitag wachte ich ungewohnt früh auf, noch bevor mein Wecker klingelte. Der Grund dafür wurde mir schnell klar, sobald ich nicht mehr ganz so benommen war: Ein quälender Halsschmerz, der mich über Nacht befallen haben musste, hatte mich aus dem Schlaf gerissen. Zunächst dachte ich angesichts des Ausmaßes meiner Schmerzen daran, auf dem Weg zur Arbeit eine Apotheke aufzusuchen, doch mein Stolz zwang mich, einen Kompromiss einzugehen und in einer Drogerie die billigsten Halsbonbons zu kaufen. Im Laufe des Tages ließen meine Halsschmerzen dann auch tatsächlich nach, doch stattdessen brachte mich eine rasch aufblühende Erkältung in der nächsten Nacht an den Rand des Erstickungstodes. Am darauf folgenden Tag fühlte ich mich weder in der Lage etwas Produktives zu tun, noch hatte ich Lust auf einen weiteren Versuch, mehr schlecht als recht zu schlafen. Das Einzige, was mir übrig blieb, war, vor mich hinzuvegetieren.

Das Abendessen mit einigen asiatischen Freunden musste ausfallen, denn in China geht man zum Naseputzen auf die Toilette, und da mein stündlicher Taschentuchverbrauch bei gut zwei Packungen lag, konnte ich den Restaurantbesuch abschreiben. Das Leben ist wirklich ungerecht – ausgerechnet am Wochenende! Trübsinnig in meiner heißen Zitrone rührend, wünschte ich mir den Moment herbei, in dem ich mich nicht mehr so verdammt matschig fühlen würde. Und er kam! Schon am nächsten Morgen konnte ich wieder strukturiert denken und fühlte mich gar nicht mal so übel – endlich wieder leistungsfähig. Ein wunderbares Gefühl!

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Gar nicht mal so übel, Baby!

Man kennt das ja: Morgens dreht man beim Duschen das Radio auf und statt eines Gute-Laune-Hits serviert Energy Hamburg einem zum Start in den Tag Werbung für verdauungsförderndes Müsli (mit grausigem schwäbischem Akzent!) und das Herumdümpeln in hochkonzentriertem Salzwasser. Aus diesem Grund habe ich Float bisher immer gehasst. Einem Unternehmen, das morgens, wenn ich duschen will, Werbung schaltet, sodass mir ein durch musikalische Untermalung beschwingter Start in den Tag vergönnt ist, kann ich unmöglich zur Belohnung noch sauer verdientes Geld in den Rachen werfen. Egal wie übertrieben der entspannende Effekt von den beiden weiblichen Radiostimmen gelobt wird.

Meine Freundin duscht lieber abends, damit sie morgens länger schlafen kann, wie sie sagt. Daher war sie kein bisschen genervt von der Float-Werbung und hatte zu unserem Jahrestag einen Termin für einen sogenannten Paarfloat vereinbart. Innerlich widerstrebte mir das sehr, doch um des lieben Friedens willen tat ich ihr den Gefallen, erfreut drein zu schauen.

Als wir schließlich im viel gepriesenen hochkonzentrierten Salzwasser herumdümpelten, fiel es mir zuerst schwer, darauf zu vertrauen, dass das Wasser mich ohne mein Zutun tragen würde, doch irgendwann verlor ich das Zeitgefühl. Im Dunkeln trieben wir im Wasser und lauschten leiser Musik. Als nach einer Stunde langsam das Licht wieder anging, musste ich mir selbst eingestehen, dass ich nun doch relativ entspannt war. Vor allem fühlt man sich nach dem Floaten richtig gut durchgewärmt, was angesichts des hereinbrechenden Winters echt gut tut. Allerdings ist die ganze Sache zu teuer, um das Floaten regelmäßig zu wiederholen. Vielleicht zum nächsten Jahrestag wieder.

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Nimm mich mit!

Frau Merkel, unsere in den letzten Jahren “ergrünte” Bundeskanzlerin – vorbei sind die Tage, als Sie unter Kohl als Umweltministerin Atomfässer in die Asse verfrachten ließ, die nun auslaufen – hat einen Ruf zu verlieren. Seit sie zur Umweltkanzlerin mutierte, predigt sie uns beinahe täglich, wie wir die Welt retten können. Dafür fliegt sie gern mal um die halbe Welt. Auf die Idee, für die kürzeren Strecken wie z. B. nach Brüssel statt des Fliegers eine Mitfahrgelegenheit zu benutzen, ist die umweltbewusste Kanzlerin wohl noch nicht gekommen.

Also, liebe Frau Merkel, so geht‘s: Auf verschiedenen Internet-Plattformen für Mitfahrgelegenheiten kann man als Fahrer Angebote einstellen, bei denen man Zeit, Start und Ziel der Autofahrt angibt. Über die Kontaktdaten, meist die Handynummer, können sich dann Mitfahrer melden, um die freien Plätze zu füllen. Sie zahlen in der Regel etwa fünf Euro Spritkostenbeitrag für hundert Kilometer. So kommen alle günstig ans Ziel und außerdem schont man die Umwelt ungemein!

Deswegen nehme ich, wenn ich mit meinem Auto die schönste Stadt der Welt verlasse, beispielsweise gen Süden, um meine westfälische Heimat zu besuchen, immer drei fremde Leute mit. Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass der Unterhaltungsfaktor eines Gesprächs deutlich höher ist, als der des Frühstücksradioprogramms. So lernt man wirklich interessante und aufgeschlossene Menschen kennen. Meist sind meine Mitfahrer und Mitfahrerinnen ein paar Jahre jünger als ich, viele studieren noch, aber wie ich, interessieren sie sich für Kultur, Reisen und Co., sodass ich oft gratis Literaturempfehlungen, Buchrezensionen oder Veranstaltungstipps bekomme. Und, Frau Merkel? Überzeugt?

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Berlin vs. Hamburg – klare Sache!

Nachdem ich kürzlich in Berlin war, möchte ich heute all denen, die mich ständig fragen, welche Stadt mir besser gefalle, Berlin oder Hamburg, sagen: Hamburg natürlich, ihr kleinen Schietbüdel! Es heißt schließlich nicht umsonst „schönste Stadt der Welt“! Berlin ist größer, bunter, lauter – vielleicht gibt es dort mehr zu entdecken, aber für mich ist Berlin die absolute Reizüberflutung. Ständig hat man die Qual der Wahl. In Hamburg gibt es zwar auch tausend tolle Dinge (zum Beispiel jene, über die ich hier jede Woche berichte), aber der Takt, in dem die Hansestadt pulsiert, überschlägt sich nicht. Es ist ein angenehmes Maß an Trubel, Vielfalt und Lebendigkeit.

Auch die Mentalität der Bewohner der beiden größten deutschen Städte ist komplett unterschiedlich. Die Berliner ähneln ihrer Stadt vor allem in einem: der Lautstärke. Sie sind extrovertiert, gehen aktiv auf andere zu und haben immer einen frechen Spruch auf den Lippen. Die berühmte Berliner Schnauze kennt in Sachen Schlagfertigkeit keine Grenzen. Berliner sind unglaublich witzige Zeitgenossen, aber man kann ihnen wegen der bisweilen penetranten Lautstärke nicht entkommen, wenn man zum Beispiel morgens um 8 einfach ohne viele Worte und auditive Reize ein Brötchen und einen großen Kaffee kaufen will.

Hamburger dagegen sind ruhiger und gemütlicher ohne dabei eigenbrötlerisch zu wirken. Ihr kerniger, rauer aber freundlicher Humor macht sie liebenswert. Die Art der Hamburger ist vor allem an frühen Morgen einfach angenehmer. Die meisten Hamburger reagieren lieber auf ein Gesprächsangebot als offen auf andere zugehen. Im Gespräch, oder wie die Hamburger sagen “beim Klönschnack” stehen die Nordlichter den Hauptstädtern in Sachen Scherze machen allerdings um nichts nach. Wenn man ein etwas älteres Exemplar erwischt, wird das Erzählte zusätzlich mit dem sympathischen Hamburger Dialekt gewürzt. „Da stolpert man übern s(s)pitzen Stein.“. Dazu kann der Berliner nur sagen: „Davon hab icke ja jetze mal so jarkeene Ahnung.“ Darum und aus tausend anderen Gründen ist und bleibt Hamburg meine Perle.

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Für wenig Geld fast bis ans Ende der Welt

Die Mieten in Hamburg steigen und steigen und dank der Inflationsrate von aktuell 2,6 Prozent wird sowieso alles teurer, denn die Löhne wachsen schließlich nicht automatisch mit. Wo also holt man sich als von hohen Lebenshaltungskosten geplagter Großstadtmensch noch seine wohlverdiente kleine Portion Luxus im Alltag?

Nun, dafür muss man zum Hindukusch. Auch bis Balutschistan ist der Weg nicht weit. Oder zumindest sollte man in Omas Apotheke vorbeischauen. Wem die Anreise zu diesen exotischen Orten zu weit erscheint oder wer der Meinung ist, dass überteuerte Mieten, so sehr man sie auch verteufeln mag, einen nicht gleich krank machen und somit in die Apotheke treiben, der kommt ganz sicher nicht aus Hamburg. „Hindukusch“, „Balutschistan“ und „Omas Apotheke“, das sind drei Hamburger Restaurants, die einen Mittagstisch anbieten, bei dem einem die Preise nicht den Appetit verderben.

Im „Hindukusch“ isst man – wie der Name dem geografiekundigen Genießer verrät – afghanisch, denn der größte Teil dieses Gebirges befindet sich auf afghanischem Boden. Zur Auswahl stehen an jedem Wochentag andere Gerichte, täglich je ein vegetarisches und eines mit Fleisch. Der Preis jedoch variiert nicht: Jedes Gericht kostet mittags 4,90 Euro.

Und um gleich in der Region zu bleiben: Die Mittagskarte des nach der pakistanischen Provinz Belutschistan benannte Restaurant „Balutschistan“ bietet eine reiche Fülle verschiedenster Gerichte mit Fleisch, Fisch oder vegetarisch. Schon ab 4,60 Euro geht es los – kein Gericht kostet mehr als 6,20 Euro und schon für 7,90 Euro gibt es ein komplettes Drei-Gänge-Menü. Das „Balutschistan ist mein persönlicher Lieblingsort fürs günstige Mittagessen, denn Fertigsoßen und Glutamat haben hier Hausverbot – und das schmeckt man.

Aber auch in Omas Apotheke gibt es jeden Mittag wechselnde leckere Menüs ab 5,90 Euro. Und hier noch ein kulinarisch nicht ganz so wertvoller Tipp für Sparfüchse, die aus der Suche nach günstigen Gerichten einen Extremsport machen möchten: In der Mensa zahlen Nicht-Studenten nur einen geringen Aufschlag, sodass ein Mittagessen um die drei Euro kostet. Na dann: Wohl bekommt‘s!

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Wanted: Kleinodien in der Großstadt

Kürzlich habe ich zwei Tage in Berlin verbracht. In erster Linie wollte ich nach meinem Besuch in Figueres nun auch das deutsche Dalí-Museum in Berlin sehen. Es wurde erst vor Kurzem eröffnet, hatte jedoch schon einige recht gute Kritiken bekommen. Meine Erwartungen an das Museum waren – wie sich herausstellte – leider etwas zu hoch, sodass ich quasi nur enttäuscht werden konnte. Aber immerhin bot sich mir die Gelegenheit, hier den Film „Un chien andalou“ von Luis Buñuel und Salvador Dalí anzusehen. Darauf war ich schon immer neugierig. Obwohl ich Dalí schon lange schätze, überrascht es mich immer wieder aufs Neue, wie vielfältig seine Werke sind.

Für die Enttäuschung, dass ich gerade mal knappe zwei Stunden im Dalí-Museum verbrachte, bis ich mich sattgesehen hatte, entschädigte mich das ein oder andere schöne Fleckchen in unserer Hauptstadt. Da ich die meisten typischen Touri-Attraktionen Berlins bereits kannte, hatte ich dieses Mal viel Zeit Berlin zu Fuß zu erkunden – immer auf der Suche nach Orten mit tollem Flair. Und die habe ich gefunden, denke ich: Die Gegend rund um die Hackeschen Höfe ist beispielsweise toll. In der Oranienburger Straße, der Rosenthaler Straße und der Auguststraße wird vor allem in den Bereichen Kulinarik und Kunst einiges geboten. In einigen Ecken sieht man beispielsweise die kurzen aber verstörenden Verse an den Wänden erst auf den zweiten Blick und auch der Falafel-Laden „Esras“, den ich im Vorbeigehen entdeckte, war eher unscheinbar – das Essen dagegen war großartig! Frisch gemachte Falafel, keine Fertigbällchen, sehr fein gewürzt, genau die richtige Dosis Orient!

In Berlin Kreuzberg kehrte ich im Café Mano ein, um mich bei einem heißen Milchkaffee ein wenig aufzuwärmen. Unglaublich gemütlich! Holzdielen, Bücherregale und eine sympathische Ansammlung zusammengewürfelter Möbelstücke. Draußen vor dem Fenster baumelte ein Traumfänger im Baum und drinnen ließ ich die Seele baumeln. Fazit: Auch wenn Hamburg definitiv meine Heimat ist, weitere Entdeckungsreisen in die Hauptstadt werden folgen!

Geschrieben von Victor in Allgemein | Keine Kommentare
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