Ich lese nicht nur unwahrscheinlich gerne, ich schreibe auch, wie man sieht. Für mich führte das Eine zum Anderen, allerdings weiß ich nicht mehr, womit es angefangen hat. Wenn man als Kind noch durch die Wohnsiedlung getobt ist oder die Wälder unsicher gemacht hat, lernte man mit der Zeit und den Jahren den Wohlgeschmack eines guten Buches kennen.
Da ich unweigerlich auch auf schlechte Exemplare traf und mir durch tolle Geschichten automatisch die Lust nach etwas eigenem aufkam, fing ich selbst an zu schreiben. Ich finde es faszinierend, wie wir unsere Gedanken in Worte fassen können, so dass andere Menschen genau wissen was wir meinen oder es gar nachfühlen können. Denn: Denke ich an Gespräche, vor allem zwischen Frauen und Männer, dann wird mir nur allzu oft bewusst, wie schwer wir Menschen uns mit der Kommunikation und dem gesprochenen Wort tun. Wie wunderbar ist es dann ein Buch zu lesen und die Gedanken des Protagonisten nachvollziehen zu können, obwohl niemals ein Dialog zwischen mir und ihm stattgefunden hat.
Für mich gibt es zweierlei Gründe, warum ich ein Buch lese: Erstens, um unterhalten zu werden und zweitens, um mich zu bilden. Lese ich ein Buch aus ersterem Grund, dann muss der Lesestoff unbedingt gut geschrieben sein. Das Lesen an sich sollte schon Spaß machen und der Schreibstil sollte ein gewisses Niveau mit sich bringen, denn schließlich verbringe ich stundenweise Zeit damit. Doch was macht einen guten Schreibstil aus? Möglicherweise Übung, ein natürliches Gefühl für Sprache, viel Leseerfahrungen oder einfach nur Talent.
Eine Sache, die meiner Meinung nach von großer Bedeutung ist, ist die Kunst so wenig wie möglich zu sagen bzw. zu schreiben. Denn: Beim Lesen haben wir nur die gedruckten, schwarzen Worte auf hellem Papier, manchmal gibt es noch das ein oder andere Bild dazu, meistens sind es jedoch nur Buchstaben. Wir haben also keine Anhaltspunkte, außer den Worten und natürlich unserer Fantasie, die diese zum Leben erweckt. Während des Schreibens sollte der Autor eben genau dafür Platz lassen und nicht zu viele feste Vorgaben machen, denn erst dann können wir unsere eigene Welt aus dem Buch erschaffen. Oder wie seht ihr das?