Ich bin ein politischer und an Literatur interessierter Mensch. Daher verband sich umso besser eine Lesung, welche sich mit einem Buch über die DDR-Geschichte befasste. Ich las mich bereits über einige Schicksale und sah mir einige Reportagen über die Diktatur an. Endlich war diese Veranstaltung mit einer Lesung eines Buchautors aus meiner regionalen Umgebung angekündigt, welche ich unbedingt wahrnehmen wollte.
Ich kontaktierte meinen Freund und dieser zeigte ebenfalls Interesse und so freuten wir uns auf das interessante Erlebnis. Wir kamen an diesem Tag etwas zu früh an und tranken in der Bar Kaffee und bei Ankündigung des Beginns suchten wir den Veranstaltungsraum auf. Der Autor stellte sich vor, brachte ein paar Vorworte zum Buch und zeigte einen Film, der so manche Augen vor Staunen größer und meine Augen vor Wut über das Geschehene kleiner werden ließ.
Ich war ergriffen von dem, was nicht nur dieser Mann erleben musste und wie seine Geschichte vorerst zum Positiven verlief. In einer Lesepause wurden Fragen geklärt, die die Bedingungen und andere Hintergründe betrafen. Am Ende kamen noch einige Fragen und geäußerte Wertschätzungen zu seiner Kraft, durch die Bundesrepublik zu reisen und vor allem auch die jüngere, nicht betroffene Generation aufzuklären und dazu, wie er es schafft, mit seinen Erlebnissen umzugehen. Ich stellte unter anderem die mir lange im Kopf bohrende Frage, wie es noch heute Anhänger und Wähler dieser so genannten Erben geben kann. Nicht nur die Damen in der Runde zeigten ihre Regung, auch einige von uns hatten oftmals sichtlich zu kämpfen. Ich bat um Signierung meines bereits vorhandenen Buches und freute mich über die persönliche Widmung des Autors, mit dem ich bereits vorher Kontakt aufnehmen konnte.
Nachdem der Autor ging, saßen wir noch mit einigen Zuhörern zusammen, die diese Veranstaltung ermöglichten. Bei Schmalzschnitten und Getränken wurden noch einige mehr oder auch weniger ernsthafte Worte gewechselt. Alles in allem war diese Lesung ein interessantes und bildendes Ereignis. Mit frischen Eindrücken gefüllt konnte ich vorerst kaum schlafen. Sofern es mir möglich ist und das Thema reizt, werde ich jede Lesung für mich mitnehmen. Denn: Ein Gesicht und persönliche Worte zu einem Buch ist mehr als nur Lesen.
Victor