Die Dinge, die ich mag

Aufschreiben, was gut ist…

Archive for August, 2010

Lesungen – eindringlicher als Lesen

Ich bin ein politischer und an Literatur interessierter Mensch. Daher verband sich umso besser eine Lesung, welche sich mit einem Buch über die DDR-Geschichte befasste. Ich las mich bereits über einige Schicksale und sah mir einige Reportagen über die Diktatur an. Endlich war diese Veranstaltung mit einer Lesung eines Buchautors aus meiner regionalen Umgebung angekündigt, welche ich unbedingt wahrnehmen wollte.

Ich kontaktierte meinen Freund und dieser zeigte ebenfalls Interesse und so freuten wir uns auf das interessante Erlebnis. Wir kamen an diesem Tag etwas zu früh an und tranken in der Bar Kaffee und bei Ankündigung des Beginns suchten wir den Veranstaltungsraum auf. Der Autor stellte sich vor, brachte ein paar Vorworte zum Buch und zeigte einen Film, der so manche Augen vor Staunen größer und meine Augen vor Wut über das Geschehene kleiner werden ließ.

Ich war ergriffen von dem, was nicht nur dieser Mann erleben musste und wie seine Geschichte vorerst zum Positiven verlief. In einer Lesepause wurden Fragen geklärt, die die Bedingungen und andere Hintergründe betrafen. Am Ende kamen noch einige Fragen und geäußerte Wertschätzungen zu seiner Kraft, durch die Bundesrepublik zu reisen und vor allem auch die jüngere, nicht betroffene Generation aufzuklären und dazu, wie er es schafft, mit seinen Erlebnissen umzugehen. Ich stellte unter anderem die mir lange im Kopf bohrende Frage, wie es noch heute Anhänger und Wähler dieser so genannten Erben geben kann. Nicht nur die Damen in der Runde zeigten ihre Regung, auch einige von uns hatten oftmals sichtlich zu kämpfen. Ich bat um Signierung meines bereits vorhandenen Buches und freute mich über die persönliche Widmung des Autors, mit dem ich bereits vorher Kontakt aufnehmen konnte.

Nachdem der Autor ging, saßen wir noch mit einigen Zuhörern zusammen, die diese Veranstaltung ermöglichten. Bei Schmalzschnitten und Getränken wurden noch einige mehr oder auch weniger ernsthafte Worte gewechselt. Alles in allem war diese Lesung ein interessantes und bildendes Ereignis. Mit frischen Eindrücken gefüllt konnte ich vorerst kaum schlafen. Sofern es mir möglich ist und das Thema reizt, werde ich jede Lesung für mich mitnehmen. Denn: Ein Gesicht und persönliche Worte zu einem Buch ist mehr als nur Lesen.

Victor

posted by Victor in Allgemein and have No Comments

Für dich ist der Zug abgefahren!

Wenn ich die Stadt verlasse, dann meistens mit dem Zug. Warum? Am Zug fahren gefällt mir nicht nur, sich nicht konzentrieren zu müssen, gedankenverloren die vorbeifliegenden Landschaften zu betrachten, ein gutes Buch zu lesen oder Musik zu hören. Ich liebe vor allem die netten bis skurrilen Begegnungen und Erlebnisse, in die man bei Zugreisen regelmäßig hineingerät.

Da trifft man auf gestresste Zuspätkommer, die mich nicht selten an den kleinen weißen Hasen aus “Alice im Wunderland” erinnern, – “Keine Zeit, keine Zeit!” – oder auf mitteilungsbedürftige Heranwachsende, deren Gespräche man mehr oder weniger unfreiwillig belauschen muss. Das Schwierigste dabei ist, finde ich, sich das Lachen zu verkneifen. Besonders wenn die Optik der betreffenden Personen zu allem Überfluss noch besonders amüsant ist. Es ist wie ein Unfall: Man will nicht hinsehen oder -hören, aber man kann einfach nicht anders.

Und dann gibt es natürlich die überforderten Mütter, die so ungefähr alles falsch machen, was man nur falsch machen kann, wenn es darum geht, den ohrenbetäubend kreischenden und brüllenden Nachwuchs zum Schweigen zu bringen. Auf unglaublich pädagogisch wertvolle Art und Weise natürlich – beispielsweise indem das jeweilige Muttertier versucht, ihre Jungs noch um mehrere hundert Dezibel zu übertönen. Nervt das nicht!? Natürlich. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen liebe ich das Zugfahren – auch all die gescheiterten Existenzen, deren Anblick sich mir dort bietet. Manchmal ein wenig verstörend, aber meistens ziemlich lustig – darüber sollten RTL & Co mal eine Real-Life-Dokumentation drehen – “Dein Zug ist abgefahren” wäre ein passender Titel für ein TV-Format, das mit bahnbrechendem (haha, Wortwitz) Erfolg zur besten Sendezeit ausgestrahlt wird.

Kein Transportmittel ist vergleichbar mit der guten alten Eisenbahn. Busse zum Beispiel. Busse wechseln untreu ständig die Nummer. Züge dagegen sind zuverlässig. Gut, die üblichen Verspätungen – aber das sind die kleinen liebenswerten Macken, die man in einer gut funktionierenden Beziehung einfach kennt und lieben lernt. Das Zugfahren und ich, wir sind wie eins dieser alten Ehepaare, die händchenhaltend nebeneinander sitzen und zum 43. Mal zum immer gleichen Ort an der Ostsee fahren. Wir bleiben einander treu. Und womit? Mit Recht.

In diesem Sinne: Gute Fahrt!

posted by Victor in Allgemein and have No Comments

Schlemmen, Sport und der ganz normale Alltag

Der Alltag ist doch manchmal ganz schön anstrengend! Nach einem 8-Stunden-Arbeitstag inklusive Staufahrt auf der Autobahn Richtung Heimat, bin ich echt am Boden. Dann würde ich am liebsten alles hinschmeißen und mich einfach nur noch im Bett verkriechen. Doch ich weiß selber, dass das nicht der richtige Weg sein kann! Ein ehemaliger Arbeitskollege litt an Depressionen. Ich weiß also um die Gefahr von Depressionen.

Umso wichtiger ist es für mich, mir immer wieder klar zu machen, was mir im Leben wichtig ist, was mir Spaß macht und was ich mag. Wenn ich dann solch ein Tief, wie an dem beschriebenen Tag habe, rufe ich mir diese Dinge immer wieder in den Kopf. Schon allein der Gedanke an diese Dinge kann einen wieder aufpäppeln!

Zu den Sachen, die ich mag, gehört vor allem das Feiern mit Freunden. Damit meine ich nicht das bloße Trinken alkoholischer Getränke und den anschließenden Rausch samt neuen Bekanntschaften. Vielmehr liegt mir das Feiern von wichtigen Ereignissen. Beispielsweise den 25.ten Geburtstag meines Bruders vor einer Woche oder den erhaltenen Doktortitel eines Freundes. Solche Ereignisse versetzen mich in gute Laune und Feierlust. Dann kann natürlich auch mal das ein oder andere Bier getrunken werden – doch hauptsächlich kommt es mir auf die allgemein gute Stimmung bei einer Feier an.

Auch wenn zuvor bereits erwähnt, muss ich es an dieser Stelle noch Mal erwähnen. Ich liebe gutes Essen! Egal, ob selbst gekocht oder in meinem Lieblingsrestaurant die Straße runter: Ein perfekt gegrilltes Steak oder eine selbstgemachte Spaghetti-Soße sind für mich echte Highlights. Aus meiner Leidenschaft fürs Kochen hat sich außerdem ein festes Ritual in unserem Freundeskreis ergeben. Einmal im Monat treffen wir (vier weitere Freunde und ich) uns in meiner Wohnung zum Pokerabend. Davor wird gewohnheitsgemäß ein Gericht, das ich bereits vorbereitet habe und nur noch aufzuwärmen brauche, verzehrt.

Um auch den nötigen Ausgleich zum Schlemmen zu haben, bin ich sportlich in vielen verschiedenen Bereichen aktiv. Sowohl das einfache Joggen, als auch Radfahren und der wöchentliche Besuch im Fitnesscenter stehen auf dem festen “Trainingsplan”. Ich nehme es allerdings nicht allzu ernst mit dem Sport. Leider! Falls ich aufgrund schlechter Wetterverhältnisse oder Verabredungen einmal nicht zum Sonntagslauf um den Kurpark komme, lasse ich diesen einfach ausfallen – Sport sehe ich als Hobby und nicht als Lebensaufgabe an!

posted by Victor in Allgemein and have No Comments

Sprach-Vermögen

Vermögen ist ohne Zweifel das Partizip, d.h. die unfertige Verbform von „mögen“, welche die Teilhabe an den Eigenschaften dieses wundervollen Verbs verdeutlicht. Vielleicht macht die Vorsilbe „ver“ aber auch etwas Endgültiges aus dem, was einem sympathisch ist, also ähnlich wie bei verhungern, verdursten und verbrauchen. Ich mag Sprache, weil sie eben in der Lage ist Vermögen zu bilden, was sich gar nicht so schnell zugrunde richten lässt, wie es uns Sprachpuristen glauben machen wollen.

Ich mag Sprache, weil sie Konversation beinhaltet, Reaktionen fordert und fördert. Sprache ist ein Gefährt(e) auf einem Kanal des ständigen Austauschs zwischen Sender und Empfänger. Spitzt man also seine Antennen, kann man immer etwas hören. Man kann Sprache aber auch lesen, mit ihr spielen, ein Sprach-Los und damit den Hauptgewinn ziehen oder auf die Tube drücken und einen Poetry-Slam gewinnen.

Ich für meinen Teil springe gerne über Sprachbarrieren, indem ich weit aushole und dann mit vollen Händen verschwenderisch aus dem Wortschatz schöpfe. Mein Vermögen wird dabei aber nicht geringer, weil Sprache eine regenerative Energiequelle ist, die im Übrigen nicht von der Einspeisevergütung berücksichtigt wurde. Der Grund könnte unter anderem darin liegen, dass sich die Qualität der Sprache und deren Leit- und Leidfähigkeit nicht in Kilowatt messen lässt.

Überhaupt hat Sprache zwar kleinste Einheiten (Morpheme) und es gibt sogar einen kleinsten gemeinsamen Nenner (das Wording), es existiert aber keine Regelung, die vorschreibt, wie lange es dauert, wenn jemand sagt: Noch das Bier und dann komm’ ich nach Hause! oder auch: Ich mache das hier noch fertig und dann mache ich Feierabend!

Tja, und das mag ich so an der Sprache: Dass sie so viel benennt und dennoch keine Schranken setzt. Wer weiß, ob ich es demnächst schaffe, auch die Konversation mit meinem Chef zu optimieren, dann finden wir vielleicht schneller einen gemeinsamen Nenner. Und das bringt dann ein ganz anderes Vermögen mit sich! ;)

posted by Victor in Allgemein and have No Comments

Nur kurz für meine Freundin

In meinem Leben habe ich ja schon einiges an Skurrilem, Außergewöhnlichem aber auch unheimlich Schönem erlebt. Letztlich fragte mich meine Freundin erst wieder, welche Sachen ich denn besonders mögen würde. Sie kennt meinen Blog nicht wirklich und da ich aus dieser Frage direkt einen Blogbeitrag schreiben wollte, fiel mir wirklich nicht sooo viel ein, was mich eigentlich überrascht hat, da ich ein Mensch bin, der es wirklich versteht, zu genießen. Aber vieles steht halt schon hier im Blog. Trotzdem, ihr zu Liebe fertigte ich mir eine kleine, „spontane“ Liste an. Auf ihr habe ich einfach mal meine absoluten Lieblingsdinge aufgelistet, die mir spontan in den Sinn kamen.

Also hier meine eigens erstellte Liste:
Da ich tagsüber beruflich viel unterwegs bin und meist erst um 5 Uhr am Abend oder später zu Hause bin, freue ich mich immer riesig, wenn meine Freundin mit einem richtig leckerem Getränk in der Hand die Wohnungstür öffnet und mich lächelnd in die Arme nimmt. Danach erhole ich mich immer in meinem super bequemen Schaukelstuhl im Wohnzimmer und schaue entweder Fern oder lasse mir von meiner Freundin die neuesten Klatsch und Tratsch Nachrichten über ihre Kolleginnen im Büro erzählen. Dabei genieße ich dann den “Chef-Cocktail”, wie ihn meine Freundin scherzhaft nennt. Im Sommer ist es meist ein richtiger Früchtecocktail, im Winter darf es dann auch schon mal eine heiße Schokolade mit Schlagsahne und Sündhaftem wie einem Marshmallow, Mokkabohnen oder Schokostücken sein.

Neben Genießer von Getränken bin ich vor allem ein Freund des guten Geschmacks. Meiner Meinung nach ist ein Abend beim Italiener samt einer luftig knusprigen und üppig belegten Pizza und einem Glas Rotwein ein absolutes Highlight zum Ausklingen jedes Tages. In meiner Freizeit mag ich es vor allem aktiv zu sein. Egal ob Joggen oder Radfahren, Hauptsache raus! Ich brauche einfach den Gegensatz zum Bürojob und genieße die frische Luft und das Treffen anderer Leute. Wenn ich dann wieder zu Hause angekommen bin gibt es natürlich nichts über eine erfrischende Dusche mit anschließender Massage – für meine Freundin – als Dankeschön für alles.

posted by Victor in Allgemein and have No Comments