Gerade habe ich frei und besuche zusammen mit einem Kumpel einen gemeinsamen Freund in Dresden. Ein Hoch auf diese glorreichen Billig-Tickets von Lidl, mit denen man mindestens einen Teil der Reisestrecke im ICE zurücklegen muss – ja richtig gelesen: Man darf nicht, sondern man MUSS. Besonders mag ich die Dinger, wenn freundliche Mitmenschen sie auf eBay einstellen und sie dort noch günstiger versteigern, als sie ohnehin schon sind. Wenn man die Tickets online ersteht, statt sie direkt bei Lidl zu kaufen, umgeht man zugleich geschickt die Gefahr, von den berühmt-berüchtigten Supermarkt-Kameras einer gewissen Supermarkt-Kette gefilmt zu werden. Diese Geräte zeichnen neben dem möglichen Fehlverhalten der Lidl-Mitarbeiter vermutlich auch jeden einzelnen Schritt der Kunden akribisch auf. Oder zeichneten auf. Wie dem auch sei – die Lidl-Tickets sind jedenfalls auch absolut top. Das Beste daran ist, dass zusätzlich zu zwei Zugfahrten durch ganz Deutschland zwei Gutscheine für Gratis-Platz-Reservierungen inklusive sind. Mit Vergnügen kann man dann fremde Leute von den reservierten Sitzplätzen verscheuchen, die man selbst normalerweise immer räumen muss, weil einem die 4,50 Euro für die Reservierung mal wieder zu teuer gewesen sind. Mit den – im Idealfall billig ersteigerten – Lidl-Tickets ist (scheinbare!) Dekadenz kein Problem mehr. Ganz so arrogant und herzlos wie ein Otto-Normal-Platzreservierer kann ich mich dann aber doch nicht verhalten: Mein schlechtes Gewissen zwingt mich dazu, den sich trollenden Fahrgästen zumindest noch ein leises „Sorry“ zuzuraunen und dazu ein betretenes Gesicht zu machen.
Dass mir das Zugfahren an sich gefällt, habe ich ja bereits in einem früheren Eintrag schon mal berichtet. Um meiner Sammlung erheiternder Erlebnisse during träwellink wiß Deutsche Bahn zu aktualisieren, hier die Antwort eines verschmitzen Schaffners auf die Frage eines Fahrgastes, wo denn das Raucherabteil sei: „Die gibt es schon seit Jahren nicht mehr. Hat aber einen entscheidenden Vorteil: Die Kippen reichen deutlich länger!“