Die Dinge, die ich mag

Aufschreiben, was gut ist…

Archive for April, 2011

Geiz ist geil vs. Wir lieben Lebensmittel

Ich liebe Essen. Deswegen gebe ich dafür viel mehr Geld aus als Otto Normalverbraucher. Nicht weil ich unmenschlich viel esse, sondern weil Qualität mir über Quantität geht. Und Otto Normalverbraucher, wie ernährt der sich so? Nun, vor fünfzig Jahren gab er noch die Hälfte seines Gehalts für Lebensmittel aus. Doch heutzutage hat die „Geiz ist geil“-Mentalität auch deutsche Kühlschränke erreicht: In Deutschland werden nur noch 11,7% des Einkommens eines Haushaltes für die Ernährung ausgegeben – Tendenz weiterhin sinkend.  Abartig, wenn man bedenkt, dass nichts unserem Körper näher kommt als Nahrung. Und außerdem leben wir schließlich von dem, was wir zu uns nehmen. Ergo müsste uns die Qualität dieser Produkte eigentlich besonders wichtig sein. Stattdessen sparen wir uns das neueste Smartphone buchstäblich vom Munde ab.
Ich jedenfalls versuche, meinen Kühlschrankinhalt überwiegend aus biologischer Erzeugung zu kaufen. Vor allem bei Tierprodukten wie Fleisch, Milch oder Eiern steht für mich schon der Haltungsbedingungen wegen außer Frage, dass ich nicht guten Gewissens zu Billigware greifen kann. Wenn ich darüber nachdenke, wie es möglich ist, dass Hähnchenschenkel manchmal nur 1,70 Euro pro Kilo kosten, wird mir übel. Sicher denken viele Verbraucher darüber nicht nach oder möchten darüber nicht nachdenken, aber Bio ist auch im eigenen Interesse: So möchte seit dem Dioxinskandal vor Kurzem sicher auch der größte Egoist vorerst keine konventionellen Eier mehr essen.

Doch obwohl ich gern etwas mehr für gutes Essen ausgebe, freue ich mich auch, wenn ich etwas Gutes zu günstigen Preisen bekomme oder gar umsonst. Wo gibt‘s denn so was!? Vorgestern war ich bei einer Kulturveranstaltung zum Thema „Chinesische Tänze und Musik“. Wegen technischer Probleme verzögerte der Beginn sich jedoch um eine ganze Stunde. Zur Wiedergutmachung ging das Buffet im Anschluss, welches normalerweise zehn Euro gekostet hätte, aufs Haus. Da haben sicher auch ein paar Pfennigfuchser mal gutes Essen genießen können – nur Bio war‘s wahrscheinlich nicht, aber einem geschenkten Gaul schaut man ja bekanntlich nicht ins Maul.

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Dresden: nicht jede Woche, sondern jede Bar eine neue Welt

Heute knüpfe ich nahtlos an meine Zugreise nach Dresden an, denn diese Stadt ist eine, die ich schon seit Längerem sehr mag. Aus der Skyline sticht natürlich die im Zweiten Weltkrieg massiv zerstörte und erst kürzlich wieder aufgebaute Frauenkirche heraus. Das wohl zweitbekannteste Dresdener Gebäude ist die Semperoper, die viele sicher nur aus der Fernsehwerbung für eine sächsische Biermarke kennen. Zu unserem Kulturprogramm gehörte außerdem die Brühl‘sche Terrasse mit Aussicht auf die Elbe sowie ein Besuch bei Rembrandt, Rubens und Co. in der Gemäldegalerie im Zwinger.

Neben viel Kultur bietet Dresden jedoch auch ein extrem buntes Nachtleben: Allein in der Dresdener Neustadt gibt es über 120 Bars. Ich als Hamburger würde die Neustadt mit unserem Schanzenviertel vergleichen. Allerdings muss ich zugeben, dass die Dresdener deutlich mehr sehr individuell gestaltete Kneipen haben, in denen ein bestimmtes Thema konsequent umgesetzt wird. In der Kneipe „Mondfisch“ trinkt man sein Bier unter Fischernetzen umgeben von Matrosen und natürlich unzähligen Fischen. Da verwundert es nicht, dass hier auch Fischgerichte serviert werden.
Wie der Name bereits verrät, dreht sich im Blue Note alles um die Musik, und zwar um Livemusik. Wir haben dort ein sehr intensives Jazz-Konzert miterlebt, bei dem jede/r später selbst entschied, wie viel er dafür bezahlen konnte bzw. wollte. Im Big Lebowski bekommt man – nicht nur wenn man den legendären White Russian ordert – bei jeder Bestellung einen Kassenbon, der mit den Worten „Es bediente Sie: Der Dude“ endet. Eine besonders interessante Location, das fröhlich-bunte Flower Power, hat leider bereits vor einem Jahr geschlossen.

Auch manche Restaurants sind sehr individuell gestaltet. Sowohl Interieur als auch Speisekarte des Stilbruch stehen ganz im Zeichen des Surrealismus. Das gesamte Lokal ist ein Kunstwerk. Verrückt: Die Damen der Schöpfung können „Cellu Lite“ (Orangensuppe) bestellen und sich drauf freuen.
Da soll noch mal jemand auf „Dunkeldeutschland“ schimpfen.

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