Die Dinge, die ich mag

Aufschreiben, was gut ist…

Archive for Mai, 2011

Ohne Flohschanze keine Competition!

Da sich der Sommer in den letzten Wochen öfter mal angekündigt hat, musste ich dringend losziehen zwecks käuflichen Erwerbs einiger Kleidungsstücke mit einer gewissen Kompatibilität hinsichtlich nicht ganz hamburgtypischer klimatischer Bedingungen. Wie also möglichst preisgünstig an geeignete Klamotten kommen? H&M? Billig, aber ich trag lieber Shirts, die nicht jeder Dritte, der mir in der U-Bahn gegenübersitzt, ebenfalls hat. Das gute alte H&M-Phänomen…was also tun? Ganz einfach: Nicht umsonst ist in der Schanze jede Woche Flohmarkt!

Um genau zu sein: Die Preise sind fast geschenkt, das ist quasi umsonst. Aber ich meine natürlich, die Flohschanze findet absolut zu Recht so oft statt. Dieser Flohmarkt ist meines Erachtens viel besser als eine gewisse Einzelhandelskette, die, wenn auch teilweise mit recht kreativen Wortspielen, damit wirbt, dass man nur einmal dorthin kommen müsse, um alles zu bekommen. Wenn es – falls das überhaupt möglich ist – irgendwo mehr als alles gibt, dann auf dem Schanzenflohmarkt. Wo sonst kann man Marken-T-Shirts für einen Euro bekommen? Oder gar verloren geglaubte Kindheitserinnerungen wieder entdecken? Bestimmt nicht in einem Supermarkt! Und hundertprozentig gibt es keinen besseren Ort, um sich für eine Bad Taste Party einzukleiden, als die Flohschanze. Und wir reden hier nicht vom Hippie-Style, sondern von richtig krassen Modesünden, die sogar jemandem wie mir, dem modische Outfits an sich relativ egal sind, in den Augen schmerzen. Da gibt es neongelbe Hosen, Plateauschuhe aus den 90ern, Shirts in den wildesten Farben, und zwar nicht sechs verschiedene Shirts in jeweils einer anderen hässlichen Farbe, sondern sämtliche hässliche Farben dieser Welt formvollendet miteinander kombiniert, hübsch vereint auf einem einzigen Shirt und zu allem Überfluss in wilden Mustern durcheinander gemixt. Oder die hocherotischen Radlerhosen… – wer kennt sie noch?

Dem Schanzenflohmarkt habe ich so manch gewonnenen Abstimmung über das schrägste Outfit bei Bad Taste Partys zu verdanken. Bruce würde sicher sagen: ohne Flohschanze keine Competition!

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Sommer, Sonne, Stolperfallen

Die Sonne der letzten Tage lockte halb Hamburg in den Stadtpark, während die andere Hälfte sich auf dem Hafengeburtstag befand. Den Stadtpark schätze ich als Ort der vielfältigen Erholungsmöglichkeiten. Er bietet nicht nur wegen der extrem variablen Joggingstrecken, der zahlreichen Sportplätze und auf Grund der vielen Übungsgeräte für Sportler einen top Ausgleich zum Alltag. Im Freibad schwimmen oder auf dem See paddeln? Wer kein knallrotes Gummiboot hat, mietet ein Tretboot oder lässt die ganze Geschichte mit dem Wasser gleich ganz sein und vergnügt sich beim Minigolf. Konzerte im Sommer und das Planetarium sorgen für einen Schuss Kultur. Kinder und Hunde wuseln ohnehin überall herum. Man(n) trifft sich zum kollektiven Kicken und auf der Wiese vorm Planetarium tummeln sich bisweilen Leute, die einem merkwürdigen Sport nachgehen, bei dem sie so ähnlich miteinander kämpfen wie Jedi-Ritter, während sie köstlich amüsieren. Ungeschlagen ist natürlich die beliebte Grillwiese. Soll es mal etwas ruhiger sein, gibt es jedoch ausreichend andere grillfreie Wiesen.

So begab es sich also, dass ich eines schönen Tages auszog, um in besagtem Stadtpark eine Wiese zu suchen, auf die ich mich mit einer eigens hierfür neu gekauften Picknickdecke legte, um ein gutes Buch zu lesen. Das Schicksal wollte es, dass, wie eigentlich immer an diesem Ort, ein vorzügliches Unterhaltungsprogramm im imaginären Eintrittspreis enthalten war:

Einer Joggerin gelang es gerade noch, einem kleinen kläffenden Köter auszuweichen, der auf sie zustürmte. „Beruhig dich mal”, murrte sie, was die Besitzerin des verzogenen Tieres mit „Is doch nichts passiert“, kommentierte. Die Joggerin, der ja nichts passiert war, konterte „Dies‘ Mal nicht, aber nächstes Mal tret‘ ich drauf.“ Angesichts der verdattert nach Worten ringenden Hundebesitzerin musste ich mir auf die Lippe beißen, um sie nicht auszulachen. Bei dem Gedanken daran, dass winzige vierbeinige Stolperfallen fast genauso gefährlich sein können wie große, bissige Hunde, grinste ich in mein Buch hinein. Schon schön, so ein Tag im Stadtpark!

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Adrenalinkick im Kettenkarussell und ein Stück Heimat im Kühlschrank

Hamburg liegt ja quasi fast am Meer. Und was liegt dort noch? Kurz hinter diesem kleinen unbedeutenden Fleckchen namens Lübeck? Der Hansa-Park!

Am Wochenende besuchte mich ein guter Freund, seines Zeichens ein Freizeitparkfan par excellence, das heißt, ein Besuch im Hansapark war unumgänglich.. Und auch in kulinarischer Hinsicht war für höchste Qualität gesorgt, denn im Gepäck hatte er zwei Döner aus unserer Lieblingsdönerbude in unserem Heimatort, die er mit den Worten „Die gibts morgen zum Frühstück.“ in meinen Kühlschrank packte.

Die neueste Attraktion dort ist „Die Schlange von Midgard“, eine eher humane kinder-kompatible Achterbahn. „Der Fluch von Novgorod“ dagegen beschleunigt in 1,4 Sekunden auf 100 km/h. Einmal geht es im Dunkeln senkrecht nach oben, dann – steiler als irgendwo sonst auf der Welt – 97 Grad in die Tiefe. Spätestens im Looping wusste ich absolut nicht mehr, wo ich war. Das krasseste Fahrgeschäft im Hansa-Park war jedoch keine Achterbahn und auch nicht der freie Fall, sondern – das klingt jetzt erstmal lächerlich – ein Kettenkarussell. Allerdings befindet man sich hierbei in 85 Metern Höhe und kann über das Meer bis zum Horizont sehen. Für eine Weile sehr schön. Doch der unmotiviert herumschlurfende Mitarbeiter am „Torre del Mar“ machte schon während wir darauf warteten, dass es endlich losginge, keinen besonders vertrauenswürdigen Eindruck und dann? Mittendrin hörte das Karussell irgendwann auf sich zu drehen, sodass man Zeit hatte, sich darüber klar zu werden, dass man hier in einer ziemlichen Höhe in seinem Sitz herumschaukelte. War der Typ bei der Arbeit eingeschlafen? Hatte er einen falschen Knopf gedrückt? Steckten wir nun etwa hier oben fest? Panik! Oder wollte er uns doch nur Gelegenheit bieten, ein wenig die Aussicht zu genießen? Wenn ja, genug! Runter! Aber langsam, bitte. Adrenalin pur – nach einer gefühlten Ewigkeit erhörte er unsere stillen Gebete schließlich. Nachdem wir den Abend Bundesliga schauend bei einem Bier hatten ausklingen lassen, gab‘s zum Frühstück einen – sagen wir mal – gut durchgezogenen Döner.

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