Die Dinge, die ich mag

Aufschreiben, was gut ist…

Archive for Juli, 2011

Time – for a tribute to Dalí

Als ich vorhin das Intro zu Pink Floyds „Time“ hörte, all die tickenden Uhren, musste ich unwillkürlich an die „Melting Clocks“ („Die Beständigkeit der Erinnerung“) von Salvador Dalí denken. Ich schätze Dalís Werke sehr.Vor seinem „La Gare de Perpignan“ habe ich im Museum Ludwig in Köln Stunden verbracht, immer neue Details entdeckt. Das Werk hat die Maße meines ehemaligen Studentenzimmers: Auf zwölf Quadratmetern Leinwand spielt Dalí mit Licht und Schatten. Das Bild ist vielschichtig, hat mehrere Ebenen. Erst spät entdeckte ich damals beispielsweise den gekreuzigten Jesus, der wie eine Art Wasserzeichen im Hintergrund schimmert.
Die Werke dieses exzentrischen Mannes mit dem verrückten Schnurrbart faszinieren mich: Lebendiges, Wandel, vieles kann so sein und dann doch auch wieder anders, Vergängliches, Verfall, die zum Teil immer wiederkehrende Symbolik – vor allem Eier, immer wieder Eier.

Dalí reagierte mit seinen Werken nicht nur kritisch auf das Geschehen in der Welt, sondern tauchte auch in die Tiefen der Psyche ein. Freud und der spanische Künstler, sie waren tief voneinander beeindruckt. Unterbewusstsein, Traum, Halluzination, paranoide Wahnvorstellungen – das ist der Stoff, aus dem viele von Dalís Werke gemacht sind. Er selbst soll einmal gesagt haben, er sei zu nichts Geringerem bestimmt, als die Malerei vor der Leere der modernen Kunst zu retten. Auch hier Wahn: Größenwahn. Doch so arrogant das zunächst klingen mag, ganz unrecht hat er nicht, denn die Aussagekraft seiner symbolgeladenen Werke ist immens. Außerdem muss man diese Äußerung sicher vor dem Hintergrund sehen, dass er, der den Namen seines verstorbenen Bruders bekam, der Welt zeit seines Lebens beweisen wollte, dass er nicht der Ersatz für einen anderen Salvador war, sondern eine besondere Persönlichkeit.
Das ist ihm gelungen: Als einziger Künstler konnte er von sich behaupten, dass es bereits vor seinem Tod zwei Museen gab, die einzig und allein seine Werke ausstellten. Er mag ein Provokateur gewesen sein, eine umstrittene Person, aber ganz sicher war er vor allem eines: ein Genie.

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Wedding-Entertainer braucht das Land!

Da in meinem Alter die meisten Paare langsam ans Heiraten denken, kann man im Prinzip schon sagen, dass ich regelmäßig auf Hochzeiten eingeladen bin. Man munkelt, diese Hochzeitsschwemme hänge eng mit dem Brauch zusammen, dass unverheiratete Männer mit dreißig so lange die Rathaustreppe fegen müssen, bis sie von einer Jungfrau freigeküsst werden. Bei den Hochzeiten, zu denen ich eingeladen war, hatte ich bisher jedoch glücklicherweise immer das Gefühl, dass die Eheschließung nicht vorrangig der Vermeidung des besagten Treppefegens diente.

Ich finde allein schon all das super, was vor der eigentlichen Hochzeit und dem Tausch der Eheringe so veranstaltet wird: feucht-fröhliche Junggesellenabschiede mit witzigen Kostümen und dann die Polterabende – denn Scherben bringen ja bekanntlich Glück. Außerdem bietet so ein Polterabend eine hervorragende Gelegenheit, Relikte aus WG-Zeiten wie zum Beispiel Werbegeschenktassen und Omas blass-rosa geblümte Teller genüsslich zu zerdeppern.

Bei der Hochzeit selbst heißt es dann „Hoch die Tassen!“ und es gibt Berge von Köstlichkeiten auf die Teller. Durch die vielen Hochzeiten, bei denen ich schon dabei war, kann ich mittlerweile sogar meisterhaft Reden halten. Die meisten anderen drücken sich ja ganz gern davor, aber mir macht es Spaß, das frischgebackene Brautpaar mit einigen selbst erdachten Versen zu beglückwünschen und gleichzeitig mit den eingebauten Neckereien ein wenig für Unterhaltung zu sorgen. Mit Vorliebe initiiere ich zu späterer Stunde auch Partyspiele. Besonders beliebt ist das Kutscherspiel, bei dem Braut und Bräutigam sowie einige weitere Gäste Rollen zugewiesen bekommen und dann, während ich eine Geschichte vorlese, immer um ihren Stuhl laufen müssen, wenn die Figur, die sie verkörpern, erwähnt wird. Gar nicht so leicht, wenn schon einige Flaschen Burgunder geleert worden sind. Noch witziger wird es, wenn Oma Jetta begeistert das Tanzparkett stürmt und Onkel Hugo den Moonwalk zum Besten gibt. Ob als Aushilfs-DJ oder als Oma Jettas Tanzpartner – auf Hochzeiten blühe ich auf, wenn ich die ohnehin schon ausgelassene Stimmung anheizen kann.

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