Die Dinge, die ich mag

Aufschreiben, was gut ist…

Archive for September, 2011

¿Habla usted chino?

Wer hätte das gedacht: Im Urlaub war ich natürlich nicht nur im Dalí-Museum, sondern auch im nahe gelegenen Barcelona. Zwischen dem Heimatort des exzentrischen Künstlers und Camp Nou liegen schließlich nur zwei Stunden Bahnfahrt. Dem Stadion, für das sich meine Freundin nicht so sehr begeistern konnte, folgten diverse Must Sees wie zum Beispiel das gotische Viertel mit seiner Kathedrale, die Rambla und die Sagrada Familia, an der seit über einhundert Jahren gebaut wird. Außerdem bummelten wir trotz des Fischgeruchs, der uns in die Nase stieg, über den Mercat de la Boqueria.

Besonders gut gefallen haben mir neben der Sagrada Familia auch die anderen Bauwerke Antoni Gaudis: die Casa Milá, der Palau Güell und vor allem die märchenhafte Casa Battló. Bunt und ohne schrill zu wirken erzählt dieses Haus, dessen Dach die Form eines Drachenrückens hat, durch seine einzigartige Architektur die Legende von Georg, dem Drachentöter. Leider blieb uns keine Zeit mehr, den Park Güell zu besuchen, denn meiner Freundin zuliebe stand auch das Ozeanarium noch auf unserer Liste der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Das Highlight: In einem gläsernen Tunnel schwammen Haie direkt über unsere Köpfe hinweg.

Auf der Suche nach dem Arc de Triomf verliefen wir uns schließlich in Barcelonas Chinatown. Da mein Spanisch mehr als dürftig ist, stapfte meine Freundin, die einige Chinesischkurse absolviert hat, kurz entschlossen in einen der vielen Läden und fragte die verdutzte Verkäuferin nach dem richtigen Weg. So fanden wir zu guter Letzt auch diese Sehenswürdigkeit und erhaschten von dort sogar noch einen Blick auf den Torre de Agbar, bevor wir unsere müden Füße wieder Richtung Zug bewegten.

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Beim Barte des Salvador Dalí

Meine Mutter hat mir seit klein auf eingebläut, dass man Spinat auf keinen Fall aufwärmen darf. Alte Hausfrauenweisheit. Ich wärme jetzt trotzdem etwas auf, aber Dalí ist ja schließlich kein Spinat. Nach meinem „Tribute to Dalí“ im Juli, war ich nun vor Kurzem in Figueres, dem Mekka-Pendant für Dalí-Fans. Wurde auch mal höchste Zeit, wenn man bedenkt, wie viele Lenze ich bereits zähle. Aber lassen wir das, der Blog heißt schließlich „Dinge, die ich mag“ und dazu gehört das Älterwerden definitiv nicht – jedenfalls nicht in diesem Tempo, bitteschön!

Daher back to topic…Figueres. Hier, in seinem Geburtsort, richtete Dalí noch zu Lebzeiten ein Museum ein, dem er selbst eine persönliche Note verlieh. So wurde bereits das Museum an sich zu einem Kunstwerk. Die Fassade wird von Eiern gekrönt, ein beliebtes Detail in vielen seiner Werke. Innen durchschreitet man einen Mund mit samtbezogenen Lippen, um in den nächsten Flur zu gelangen. Ein Raum wird komplett von einer Skulptur ausgefüllt. Im Innenhof befindet sich eine weitere Skulptur, deren Höhe mehrere Stockwerke beträgt. Gefüllt sind diese heiligen Hallen mit Gemälden, Skulpturen, Hologrammen und Schmuck aus den verschiedensten Schaffensperioden Dalís. Am bekanntesten ist wohl seine surrealistische Phase. Auch mir gefällt diese komplexe Kunst. Doch auch etwas an sich sehr simples, kann viel aussagen: So hängt in Figueres ein großes Gemälde ganz in Schwarz und Rot, wild durcheinandergemischt. Der Betrachter ahnt allein anhand dessen, dass es hier um Wut geht, um Gewalt. Und wie um diese Ahnung leise zu unterstreichen, klebt irgendwo, nicht besonders spektakulär oder aufsehenerregend, eine blutrote Feder. So und auf unzählige weitere Arten führt das Dalí-Museum in Figueres den Besuchern die Vielfalt dieses einmaligen Genies vor Augen.

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