Die Dinge, die ich mag

Aufschreiben, was gut ist…

Archive for Oktober, 2011

Für wenig Geld fast bis ans Ende der Welt

Die Mieten in Hamburg steigen und steigen und dank der Inflationsrate von aktuell 2,6 Prozent wird sowieso alles teurer, denn die Löhne wachsen schließlich nicht automatisch mit. Wo also holt man sich als von hohen Lebenshaltungskosten geplagter Großstadtmensch noch seine wohlverdiente kleine Portion Luxus im Alltag?

Nun, dafür muss man zum Hindukusch. Auch bis Balutschistan ist der Weg nicht weit. Oder zumindest sollte man in Omas Apotheke vorbeischauen. Wem die Anreise zu diesen exotischen Orten zu weit erscheint oder wer der Meinung ist, dass überteuerte Mieten, so sehr man sie auch verteufeln mag, einen nicht gleich krank machen und somit in die Apotheke treiben, der kommt ganz sicher nicht aus Hamburg. „Hindukusch“, „Balutschistan“ und „Omas Apotheke“, das sind drei Hamburger Restaurants, die einen Mittagstisch anbieten, bei dem einem die Preise nicht den Appetit verderben.

Im „Hindukusch“ isst man – wie der Name dem geografiekundigen Genießer verrät – afghanisch, denn der größte Teil dieses Gebirges befindet sich auf afghanischem Boden. Zur Auswahl stehen an jedem Wochentag andere Gerichte, täglich je ein vegetarisches und eines mit Fleisch. Der Preis jedoch variiert nicht: Jedes Gericht kostet mittags 4,90 Euro.

Und um gleich in der Region zu bleiben: Die Mittagskarte des nach der pakistanischen Provinz Belutschistan benannte Restaurant „Balutschistan“ bietet eine reiche Fülle verschiedenster Gerichte mit Fleisch, Fisch oder vegetarisch. Schon ab 4,60 Euro geht es los – kein Gericht kostet mehr als 6,20 Euro und schon für 7,90 Euro gibt es ein komplettes Drei-Gänge-Menü. Das „Balutschistan ist mein persönlicher Lieblingsort fürs günstige Mittagessen, denn Fertigsoßen und Glutamat haben hier Hausverbot – und das schmeckt man.

Aber auch in Omas Apotheke gibt es jeden Mittag wechselnde leckere Menüs ab 5,90 Euro. Und hier noch ein kulinarisch nicht ganz so wertvoller Tipp für Sparfüchse, die aus der Suche nach günstigen Gerichten einen Extremsport machen möchten: In der Mensa zahlen Nicht-Studenten nur einen geringen Aufschlag, sodass ein Mittagessen um die drei Euro kostet. Na dann: Wohl bekommt‘s!

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Wanted: Kleinodien in der Großstadt

Kürzlich habe ich zwei Tage in Berlin verbracht. In erster Linie wollte ich nach meinem Besuch in Figueres nun auch das deutsche Dalí-Museum in Berlin sehen. Es wurde erst vor Kurzem eröffnet, hatte jedoch schon einige recht gute Kritiken bekommen. Meine Erwartungen an das Museum waren – wie sich herausstellte – leider etwas zu hoch, sodass ich quasi nur enttäuscht werden konnte. Aber immerhin bot sich mir die Gelegenheit, hier den Film „Un chien andalou“ von Luis Buñuel und Salvador Dalí anzusehen. Darauf war ich schon immer neugierig. Obwohl ich Dalí schon lange schätze, überrascht es mich immer wieder aufs Neue, wie vielfältig seine Werke sind.

Für die Enttäuschung, dass ich gerade mal knappe zwei Stunden im Dalí-Museum verbrachte, bis ich mich sattgesehen hatte, entschädigte mich das ein oder andere schöne Fleckchen in unserer Hauptstadt. Da ich die meisten typischen Touri-Attraktionen Berlins bereits kannte, hatte ich dieses Mal viel Zeit Berlin zu Fuß zu erkunden – immer auf der Suche nach Orten mit tollem Flair. Und die habe ich gefunden, denke ich: Die Gegend rund um die Hackeschen Höfe ist beispielsweise toll. In der Oranienburger Straße, der Rosenthaler Straße und der Auguststraße wird vor allem in den Bereichen Kulinarik und Kunst einiges geboten. In einigen Ecken sieht man beispielsweise die kurzen aber verstörenden Verse an den Wänden erst auf den zweiten Blick und auch der Falafel-Laden „Esras“, den ich im Vorbeigehen entdeckte, war eher unscheinbar – das Essen dagegen war großartig! Frisch gemachte Falafel, keine Fertigbällchen, sehr fein gewürzt, genau die richtige Dosis Orient!

In Berlin Kreuzberg kehrte ich im Café Mano ein, um mich bei einem heißen Milchkaffee ein wenig aufzuwärmen. Unglaublich gemütlich! Holzdielen, Bücherregale und eine sympathische Ansammlung zusammengewürfelter Möbelstücke. Draußen vor dem Fenster baumelte ein Traumfänger im Baum und drinnen ließ ich die Seele baumeln. Fazit: Auch wenn Hamburg definitiv meine Heimat ist, weitere Entdeckungsreisen in die Hauptstadt werden folgen!

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Glück im Angesicht des Unglücks

Was ist Glück? Glück ist, wenn einem nur die Reiswaffeln aus der Einkaufstasche auf die Bahnschienen fallen und nicht das Portemonnaie, das man nach dem Bezahlen natürlich oben auf den Einkauf gelegt hatte. Ich liebe solche Momente, in denen man gerade noch mal so davonkommt.

Früher habe ich mal eine Zeit lang auf einer Alm in der Schweiz gearbeitet. Vor einer Asienreise musste ich einige Impfungen vornehmen lassen und hatte dazu einen Termin beim Arzt unten im Tal. Zur Bushaltestelle musste ich zunächst zwanzig Minuten den Berg hinunter kraxeln. Dort musste ich feststellen, dass sich mittlerweile – ich war schon seit Wochen nicht mehr im Tal – saisonbedingt die Abfahrtszeiten geändert hatten. Ohnehin fuhr der Bus nur alle paar Stunden und zu Fuß würde ich es nie rechtzeitig schaffen. Ich würde meinen Termin verpassen. Es sei denn… ein Auto käme auf der ausgestorbenen Strecke des Weges und dessen Fahrer wäre mir gnädig. Aber wer fährt heutzutage schon noch per Anhalter!? Mutlos hielt ich meinen Daumen in den Wind. Doch tatsächlich: Das Glück war mir hold! Nach etwa zehn Minuten erschien ein Auto an der Biegung der Straße. Die Fahrerin, eine Frau mittleren Alters, schien mich nicht für einen Kriminellen zu halten und erbarmte sich meiner. Ich konnte ihr gar nicht genug danken.

Während der ersten Tage meines Aufenthalts in Asien sprang mein Laptop plötzlich nicht mehr an. Ich überlegte, ob ich möglicherweise vergessen hatte, ihn auszuschalten, sodass der Akku vollständig entladen war, doch auch nachdem ich das Stromkabel angeschlossen hatte, blieb der Bildschirm schwarz. Kurz vorm Durchdrehen lief ich auf und ab und malte mir die schlimmsten Szenarien aus. Dabei fiel mein Blick auf die Steckdose und den Adapter, aus dem mein deutscher Stecker ein Stück herausguckte. Einmal mehr gerade noch mal gut gegangen.

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