Die Dinge, die ich mag

Aufschreiben, was gut ist…

Archive for November, 2011

Gar nicht mal so übel, Baby!

Man kennt das ja: Morgens dreht man beim Duschen das Radio auf und statt eines Gute-Laune-Hits serviert Energy Hamburg einem zum Start in den Tag Werbung für verdauungsförderndes Müsli (mit grausigem schwäbischem Akzent!) und das Herumdümpeln in hochkonzentriertem Salzwasser. Aus diesem Grund habe ich Float bisher immer gehasst. Einem Unternehmen, das morgens, wenn ich duschen will, Werbung schaltet, sodass mir ein durch musikalische Untermalung beschwingter Start in den Tag vergönnt ist, kann ich unmöglich zur Belohnung noch sauer verdientes Geld in den Rachen werfen. Egal wie übertrieben der entspannende Effekt von den beiden weiblichen Radiostimmen gelobt wird.

Meine Freundin duscht lieber abends, damit sie morgens länger schlafen kann, wie sie sagt. Daher war sie kein bisschen genervt von der Float-Werbung und hatte zu unserem Jahrestag einen Termin für einen sogenannten Paarfloat vereinbart. Innerlich widerstrebte mir das sehr, doch um des lieben Friedens willen tat ich ihr den Gefallen, erfreut drein zu schauen.

Als wir schließlich im viel gepriesenen hochkonzentrierten Salzwasser herumdümpelten, fiel es mir zuerst schwer, darauf zu vertrauen, dass das Wasser mich ohne mein Zutun tragen würde, doch irgendwann verlor ich das Zeitgefühl. Im Dunkeln trieben wir im Wasser und lauschten leiser Musik. Als nach einer Stunde langsam das Licht wieder anging, musste ich mir selbst eingestehen, dass ich nun doch relativ entspannt war. Vor allem fühlt man sich nach dem Floaten richtig gut durchgewärmt, was angesichts des hereinbrechenden Winters echt gut tut. Allerdings ist die ganze Sache zu teuer, um das Floaten regelmäßig zu wiederholen. Vielleicht zum nächsten Jahrestag wieder.

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Nimm mich mit!

Frau Merkel, unsere in den letzten Jahren “ergrünte” Bundeskanzlerin – vorbei sind die Tage, als Sie unter Kohl als Umweltministerin Atomfässer in die Asse verfrachten ließ, die nun auslaufen – hat einen Ruf zu verlieren. Seit sie zur Umweltkanzlerin mutierte, predigt sie uns beinahe täglich, wie wir die Welt retten können. Dafür fliegt sie gern mal um die halbe Welt. Auf die Idee, für die kürzeren Strecken wie z. B. nach Brüssel statt des Fliegers eine Mitfahrgelegenheit zu benutzen, ist die umweltbewusste Kanzlerin wohl noch nicht gekommen.

Also, liebe Frau Merkel, so geht‘s: Auf verschiedenen Internet-Plattformen für Mitfahrgelegenheiten kann man als Fahrer Angebote einstellen, bei denen man Zeit, Start und Ziel der Autofahrt angibt. Über die Kontaktdaten, meist die Handynummer, können sich dann Mitfahrer melden, um die freien Plätze zu füllen. Sie zahlen in der Regel etwa fünf Euro Spritkostenbeitrag für hundert Kilometer. So kommen alle günstig ans Ziel und außerdem schont man die Umwelt ungemein!

Deswegen nehme ich, wenn ich mit meinem Auto die schönste Stadt der Welt verlasse, beispielsweise gen Süden, um meine westfälische Heimat zu besuchen, immer drei fremde Leute mit. Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass der Unterhaltungsfaktor eines Gesprächs deutlich höher ist, als der des Frühstücksradioprogramms. So lernt man wirklich interessante und aufgeschlossene Menschen kennen. Meist sind meine Mitfahrer und Mitfahrerinnen ein paar Jahre jünger als ich, viele studieren noch, aber wie ich, interessieren sie sich für Kultur, Reisen und Co., sodass ich oft gratis Literaturempfehlungen, Buchrezensionen oder Veranstaltungstipps bekomme. Und, Frau Merkel? Überzeugt?

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Berlin vs. Hamburg – klare Sache!

Nachdem ich kürzlich in Berlin war, möchte ich heute all denen, die mich ständig fragen, welche Stadt mir besser gefalle, Berlin oder Hamburg, sagen: Hamburg natürlich, ihr kleinen Schietbüdel! Es heißt schließlich nicht umsonst „schönste Stadt der Welt“! Berlin ist größer, bunter, lauter – vielleicht gibt es dort mehr zu entdecken, aber für mich ist Berlin die absolute Reizüberflutung. Ständig hat man die Qual der Wahl. In Hamburg gibt es zwar auch tausend tolle Dinge (zum Beispiel jene, über die ich hier jede Woche berichte), aber der Takt, in dem die Hansestadt pulsiert, überschlägt sich nicht. Es ist ein angenehmes Maß an Trubel, Vielfalt und Lebendigkeit.

Auch die Mentalität der Bewohner der beiden größten deutschen Städte ist komplett unterschiedlich. Die Berliner ähneln ihrer Stadt vor allem in einem: der Lautstärke. Sie sind extrovertiert, gehen aktiv auf andere zu und haben immer einen frechen Spruch auf den Lippen. Die berühmte Berliner Schnauze kennt in Sachen Schlagfertigkeit keine Grenzen. Berliner sind unglaublich witzige Zeitgenossen, aber man kann ihnen wegen der bisweilen penetranten Lautstärke nicht entkommen, wenn man zum Beispiel morgens um 8 einfach ohne viele Worte und auditive Reize ein Brötchen und einen großen Kaffee kaufen will.

Hamburger dagegen sind ruhiger und gemütlicher ohne dabei eigenbrötlerisch zu wirken. Ihr kerniger, rauer aber freundlicher Humor macht sie liebenswert. Die Art der Hamburger ist vor allem an frühen Morgen einfach angenehmer. Die meisten Hamburger reagieren lieber auf ein Gesprächsangebot als offen auf andere zugehen. Im Gespräch, oder wie die Hamburger sagen “beim Klönschnack” stehen die Nordlichter den Hauptstädtern in Sachen Scherze machen allerdings um nichts nach. Wenn man ein etwas älteres Exemplar erwischt, wird das Erzählte zusätzlich mit dem sympathischen Hamburger Dialekt gewürzt. „Da stolpert man übern s(s)pitzen Stein.“. Dazu kann der Berliner nur sagen: „Davon hab icke ja jetze mal so jarkeene Ahnung.“ Darum und aus tausend anderen Gründen ist und bleibt Hamburg meine Perle.

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