Eigentlich sind meine Kochkünste – wie die der meisten Männer – recht bescheiden, wenn ich ehrlich bin. Ich kann zwar toll Spiegeleier braten und Nudeln kochen, sofern man davon absieht, dass letztere mir hin und wieder überkochen, aber spätestens beim Zubereiten von Pfannkuchen hören meine Fähigkeiten auf. Doch nun hat meine Freundin etwas entdeckt, das unseren Gästen bei minimalem Aufwand eine Menge Raffinesse und Exotik vorgaukelt: Eine Art Maggi-Tüten-Pulver aus dem Asiashop. Dose auf, Pulver rein, Reis dazu – fertig. Dosenfutter!? Nicht ganz. Eine Dose Kokosmilch bildet die Basis. Thailändisches „Tom Ka“ Pulver, das u. a. Zitronengras enthält, sorgt für den exotischen Geschmack. Wem Soße mit Reis nicht reicht, der fügt Gemüse oder Fleisch hinzu. Am Besten passt weißes Fleisch wie z. B. Hähnchen.
Ein anderes Zauberpulver mit rotem oder gelbem Curry eignet sich hervorragend, um indisches Dal zu kochen. Dal kann zum Beispiel aus roten Linsen oder Kichererbsen bestehen. Leider sind getrocknete Kichererbsen zwar billig, benötigen jedoch eine Nacht zum Quellen. Danach muss man sie zusätzlich noch eine ganze Stunde weich kochen. Deswegen bin ich schnell zu Konserven übergegangen. Mit getrockneten Linsen funktioniert es allerdings ganz toll. Nach der Arbeit habe ich selten Lust, aufwendig zu kochen. Daher ist Linsendal, auf indisch Masur Dal genannt, neuerdings eins meiner liebsten Gerichte, wenn meine Freundin nicht da ist. Einfach acht bis zwölf Minuten zusammen mit Kokosmilch und dem Zauberpulver kochen, fertig. Dal sieht leider nicht besonders schön aus, schmeckt aber sehr intensiv.
Der intensive Geschmack rührt teilweise von den exotischen Gewürzen wie Curry, Koriander und Ingwer her. In einigen der Zauberpulver aus dem Asiashop ist allerdings auch MSG (Glutamat) enthalten. Das Zeug kann man dort wie andere Gewürze auch sogar pur kaufen. Mir persönlich ist das zu heikel. Ich bleibe lieber bei den Mischungen, in denen die einzelnen Gewürze schon im richtigen Mischungsverhältnis enthalten sind. Da weiß man, was man hat und die Gäste wissen nicht, was man wirklich kann.