Die Dinge, die ich mag

Aufschreiben, was gut ist…

Archive for the 'Allgemein' Category

Gar nicht mal so übel, Baby!

Man kennt das ja: Morgens dreht man beim Duschen das Radio auf und statt eines Gute-Laune-Hits serviert Energy Hamburg einem zum Start in den Tag Werbung für verdauungsförderndes Müsli (mit grausigem schwäbischem Akzent!) und das Herumdümpeln in hochkonzentriertem Salzwasser. Aus diesem Grund habe ich Float bisher immer gehasst. Einem Unternehmen, das morgens, wenn ich duschen will, Werbung schaltet, sodass mir ein durch musikalische Untermalung beschwingter Start in den Tag vergönnt ist, kann ich unmöglich zur Belohnung noch sauer verdientes Geld in den Rachen werfen. Egal wie übertrieben der entspannende Effekt von den beiden weiblichen Radiostimmen gelobt wird.

Meine Freundin duscht lieber abends, damit sie morgens länger schlafen kann, wie sie sagt. Daher war sie kein bisschen genervt von der Float-Werbung und hatte zu unserem Jahrestag einen Termin für einen sogenannten Paarfloat vereinbart. Innerlich widerstrebte mir das sehr, doch um des lieben Friedens willen tat ich ihr den Gefallen, erfreut drein zu schauen.

Als wir schließlich im viel gepriesenen hochkonzentrierten Salzwasser herumdümpelten, fiel es mir zuerst schwer, darauf zu vertrauen, dass das Wasser mich ohne mein Zutun tragen würde, doch irgendwann verlor ich das Zeitgefühl. Im Dunkeln trieben wir im Wasser und lauschten leiser Musik. Als nach einer Stunde langsam das Licht wieder anging, musste ich mir selbst eingestehen, dass ich nun doch relativ entspannt war. Vor allem fühlt man sich nach dem Floaten richtig gut durchgewärmt, was angesichts des hereinbrechenden Winters echt gut tut. Allerdings ist die ganze Sache zu teuer, um das Floaten regelmäßig zu wiederholen. Vielleicht zum nächsten Jahrestag wieder.

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Nimm mich mit!

Frau Merkel, unsere in den letzten Jahren “ergrünte” Bundeskanzlerin – vorbei sind die Tage, als Sie unter Kohl als Umweltministerin Atomfässer in die Asse verfrachten ließ, die nun auslaufen – hat einen Ruf zu verlieren. Seit sie zur Umweltkanzlerin mutierte, predigt sie uns beinahe täglich, wie wir die Welt retten können. Dafür fliegt sie gern mal um die halbe Welt. Auf die Idee, für die kürzeren Strecken wie z. B. nach Brüssel statt des Fliegers eine Mitfahrgelegenheit zu benutzen, ist die umweltbewusste Kanzlerin wohl noch nicht gekommen.

Also, liebe Frau Merkel, so geht‘s: Auf verschiedenen Internet-Plattformen für Mitfahrgelegenheiten kann man als Fahrer Angebote einstellen, bei denen man Zeit, Start und Ziel der Autofahrt angibt. Über die Kontaktdaten, meist die Handynummer, können sich dann Mitfahrer melden, um die freien Plätze zu füllen. Sie zahlen in der Regel etwa fünf Euro Spritkostenbeitrag für hundert Kilometer. So kommen alle günstig ans Ziel und außerdem schont man die Umwelt ungemein!

Deswegen nehme ich, wenn ich mit meinem Auto die schönste Stadt der Welt verlasse, beispielsweise gen Süden, um meine westfälische Heimat zu besuchen, immer drei fremde Leute mit. Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass der Unterhaltungsfaktor eines Gesprächs deutlich höher ist, als der des Frühstücksradioprogramms. So lernt man wirklich interessante und aufgeschlossene Menschen kennen. Meist sind meine Mitfahrer und Mitfahrerinnen ein paar Jahre jünger als ich, viele studieren noch, aber wie ich, interessieren sie sich für Kultur, Reisen und Co., sodass ich oft gratis Literaturempfehlungen, Buchrezensionen oder Veranstaltungstipps bekomme. Und, Frau Merkel? Überzeugt?

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Berlin vs. Hamburg – klare Sache!

Nachdem ich kürzlich in Berlin war, möchte ich heute all denen, die mich ständig fragen, welche Stadt mir besser gefalle, Berlin oder Hamburg, sagen: Hamburg natürlich, ihr kleinen Schietbüdel! Es heißt schließlich nicht umsonst „schönste Stadt der Welt“! Berlin ist größer, bunter, lauter – vielleicht gibt es dort mehr zu entdecken, aber für mich ist Berlin die absolute Reizüberflutung. Ständig hat man die Qual der Wahl. In Hamburg gibt es zwar auch tausend tolle Dinge (zum Beispiel jene, über die ich hier jede Woche berichte), aber der Takt, in dem die Hansestadt pulsiert, überschlägt sich nicht. Es ist ein angenehmes Maß an Trubel, Vielfalt und Lebendigkeit.

Auch die Mentalität der Bewohner der beiden größten deutschen Städte ist komplett unterschiedlich. Die Berliner ähneln ihrer Stadt vor allem in einem: der Lautstärke. Sie sind extrovertiert, gehen aktiv auf andere zu und haben immer einen frechen Spruch auf den Lippen. Die berühmte Berliner Schnauze kennt in Sachen Schlagfertigkeit keine Grenzen. Berliner sind unglaublich witzige Zeitgenossen, aber man kann ihnen wegen der bisweilen penetranten Lautstärke nicht entkommen, wenn man zum Beispiel morgens um 8 einfach ohne viele Worte und auditive Reize ein Brötchen und einen großen Kaffee kaufen will.

Hamburger dagegen sind ruhiger und gemütlicher ohne dabei eigenbrötlerisch zu wirken. Ihr kerniger, rauer aber freundlicher Humor macht sie liebenswert. Die Art der Hamburger ist vor allem an frühen Morgen einfach angenehmer. Die meisten Hamburger reagieren lieber auf ein Gesprächsangebot als offen auf andere zugehen. Im Gespräch, oder wie die Hamburger sagen “beim Klönschnack” stehen die Nordlichter den Hauptstädtern in Sachen Scherze machen allerdings um nichts nach. Wenn man ein etwas älteres Exemplar erwischt, wird das Erzählte zusätzlich mit dem sympathischen Hamburger Dialekt gewürzt. „Da stolpert man übern s(s)pitzen Stein.“. Dazu kann der Berliner nur sagen: „Davon hab icke ja jetze mal so jarkeene Ahnung.“ Darum und aus tausend anderen Gründen ist und bleibt Hamburg meine Perle.

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Für wenig Geld fast bis ans Ende der Welt

Die Mieten in Hamburg steigen und steigen und dank der Inflationsrate von aktuell 2,6 Prozent wird sowieso alles teurer, denn die Löhne wachsen schließlich nicht automatisch mit. Wo also holt man sich als von hohen Lebenshaltungskosten geplagter Großstadtmensch noch seine wohlverdiente kleine Portion Luxus im Alltag?

Nun, dafür muss man zum Hindukusch. Auch bis Balutschistan ist der Weg nicht weit. Oder zumindest sollte man in Omas Apotheke vorbeischauen. Wem die Anreise zu diesen exotischen Orten zu weit erscheint oder wer der Meinung ist, dass überteuerte Mieten, so sehr man sie auch verteufeln mag, einen nicht gleich krank machen und somit in die Apotheke treiben, der kommt ganz sicher nicht aus Hamburg. „Hindukusch“, „Balutschistan“ und „Omas Apotheke“, das sind drei Hamburger Restaurants, die einen Mittagstisch anbieten, bei dem einem die Preise nicht den Appetit verderben.

Im „Hindukusch“ isst man – wie der Name dem geografiekundigen Genießer verrät – afghanisch, denn der größte Teil dieses Gebirges befindet sich auf afghanischem Boden. Zur Auswahl stehen an jedem Wochentag andere Gerichte, täglich je ein vegetarisches und eines mit Fleisch. Der Preis jedoch variiert nicht: Jedes Gericht kostet mittags 4,90 Euro.

Und um gleich in der Region zu bleiben: Die Mittagskarte des nach der pakistanischen Provinz Belutschistan benannte Restaurant „Balutschistan“ bietet eine reiche Fülle verschiedenster Gerichte mit Fleisch, Fisch oder vegetarisch. Schon ab 4,60 Euro geht es los – kein Gericht kostet mehr als 6,20 Euro und schon für 7,90 Euro gibt es ein komplettes Drei-Gänge-Menü. Das „Balutschistan ist mein persönlicher Lieblingsort fürs günstige Mittagessen, denn Fertigsoßen und Glutamat haben hier Hausverbot – und das schmeckt man.

Aber auch in Omas Apotheke gibt es jeden Mittag wechselnde leckere Menüs ab 5,90 Euro. Und hier noch ein kulinarisch nicht ganz so wertvoller Tipp für Sparfüchse, die aus der Suche nach günstigen Gerichten einen Extremsport machen möchten: In der Mensa zahlen Nicht-Studenten nur einen geringen Aufschlag, sodass ein Mittagessen um die drei Euro kostet. Na dann: Wohl bekommt‘s!

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Wanted: Kleinodien in der Großstadt

Kürzlich habe ich zwei Tage in Berlin verbracht. In erster Linie wollte ich nach meinem Besuch in Figueres nun auch das deutsche Dalí-Museum in Berlin sehen. Es wurde erst vor Kurzem eröffnet, hatte jedoch schon einige recht gute Kritiken bekommen. Meine Erwartungen an das Museum waren – wie sich herausstellte – leider etwas zu hoch, sodass ich quasi nur enttäuscht werden konnte. Aber immerhin bot sich mir die Gelegenheit, hier den Film „Un chien andalou“ von Luis Buñuel und Salvador Dalí anzusehen. Darauf war ich schon immer neugierig. Obwohl ich Dalí schon lange schätze, überrascht es mich immer wieder aufs Neue, wie vielfältig seine Werke sind.

Für die Enttäuschung, dass ich gerade mal knappe zwei Stunden im Dalí-Museum verbrachte, bis ich mich sattgesehen hatte, entschädigte mich das ein oder andere schöne Fleckchen in unserer Hauptstadt. Da ich die meisten typischen Touri-Attraktionen Berlins bereits kannte, hatte ich dieses Mal viel Zeit Berlin zu Fuß zu erkunden – immer auf der Suche nach Orten mit tollem Flair. Und die habe ich gefunden, denke ich: Die Gegend rund um die Hackeschen Höfe ist beispielsweise toll. In der Oranienburger Straße, der Rosenthaler Straße und der Auguststraße wird vor allem in den Bereichen Kulinarik und Kunst einiges geboten. In einigen Ecken sieht man beispielsweise die kurzen aber verstörenden Verse an den Wänden erst auf den zweiten Blick und auch der Falafel-Laden „Esras“, den ich im Vorbeigehen entdeckte, war eher unscheinbar – das Essen dagegen war großartig! Frisch gemachte Falafel, keine Fertigbällchen, sehr fein gewürzt, genau die richtige Dosis Orient!

In Berlin Kreuzberg kehrte ich im Café Mano ein, um mich bei einem heißen Milchkaffee ein wenig aufzuwärmen. Unglaublich gemütlich! Holzdielen, Bücherregale und eine sympathische Ansammlung zusammengewürfelter Möbelstücke. Draußen vor dem Fenster baumelte ein Traumfänger im Baum und drinnen ließ ich die Seele baumeln. Fazit: Auch wenn Hamburg definitiv meine Heimat ist, weitere Entdeckungsreisen in die Hauptstadt werden folgen!

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Glück im Angesicht des Unglücks

Was ist Glück? Glück ist, wenn einem nur die Reiswaffeln aus der Einkaufstasche auf die Bahnschienen fallen und nicht das Portemonnaie, das man nach dem Bezahlen natürlich oben auf den Einkauf gelegt hatte. Ich liebe solche Momente, in denen man gerade noch mal so davonkommt.

Früher habe ich mal eine Zeit lang auf einer Alm in der Schweiz gearbeitet. Vor einer Asienreise musste ich einige Impfungen vornehmen lassen und hatte dazu einen Termin beim Arzt unten im Tal. Zur Bushaltestelle musste ich zunächst zwanzig Minuten den Berg hinunter kraxeln. Dort musste ich feststellen, dass sich mittlerweile – ich war schon seit Wochen nicht mehr im Tal – saisonbedingt die Abfahrtszeiten geändert hatten. Ohnehin fuhr der Bus nur alle paar Stunden und zu Fuß würde ich es nie rechtzeitig schaffen. Ich würde meinen Termin verpassen. Es sei denn… ein Auto käme auf der ausgestorbenen Strecke des Weges und dessen Fahrer wäre mir gnädig. Aber wer fährt heutzutage schon noch per Anhalter!? Mutlos hielt ich meinen Daumen in den Wind. Doch tatsächlich: Das Glück war mir hold! Nach etwa zehn Minuten erschien ein Auto an der Biegung der Straße. Die Fahrerin, eine Frau mittleren Alters, schien mich nicht für einen Kriminellen zu halten und erbarmte sich meiner. Ich konnte ihr gar nicht genug danken.

Während der ersten Tage meines Aufenthalts in Asien sprang mein Laptop plötzlich nicht mehr an. Ich überlegte, ob ich möglicherweise vergessen hatte, ihn auszuschalten, sodass der Akku vollständig entladen war, doch auch nachdem ich das Stromkabel angeschlossen hatte, blieb der Bildschirm schwarz. Kurz vorm Durchdrehen lief ich auf und ab und malte mir die schlimmsten Szenarien aus. Dabei fiel mein Blick auf die Steckdose und den Adapter, aus dem mein deutscher Stecker ein Stück herausguckte. Einmal mehr gerade noch mal gut gegangen.

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¿Habla usted chino?

Wer hätte das gedacht: Im Urlaub war ich natürlich nicht nur im Dalí-Museum, sondern auch im nahe gelegenen Barcelona. Zwischen dem Heimatort des exzentrischen Künstlers und Camp Nou liegen schließlich nur zwei Stunden Bahnfahrt. Dem Stadion, für das sich meine Freundin nicht so sehr begeistern konnte, folgten diverse Must Sees wie zum Beispiel das gotische Viertel mit seiner Kathedrale, die Rambla und die Sagrada Familia, an der seit über einhundert Jahren gebaut wird. Außerdem bummelten wir trotz des Fischgeruchs, der uns in die Nase stieg, über den Mercat de la Boqueria.

Besonders gut gefallen haben mir neben der Sagrada Familia auch die anderen Bauwerke Antoni Gaudis: die Casa Milá, der Palau Güell und vor allem die märchenhafte Casa Battló. Bunt und ohne schrill zu wirken erzählt dieses Haus, dessen Dach die Form eines Drachenrückens hat, durch seine einzigartige Architektur die Legende von Georg, dem Drachentöter. Leider blieb uns keine Zeit mehr, den Park Güell zu besuchen, denn meiner Freundin zuliebe stand auch das Ozeanarium noch auf unserer Liste der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Das Highlight: In einem gläsernen Tunnel schwammen Haie direkt über unsere Köpfe hinweg.

Auf der Suche nach dem Arc de Triomf verliefen wir uns schließlich in Barcelonas Chinatown. Da mein Spanisch mehr als dürftig ist, stapfte meine Freundin, die einige Chinesischkurse absolviert hat, kurz entschlossen in einen der vielen Läden und fragte die verdutzte Verkäuferin nach dem richtigen Weg. So fanden wir zu guter Letzt auch diese Sehenswürdigkeit und erhaschten von dort sogar noch einen Blick auf den Torre de Agbar, bevor wir unsere müden Füße wieder Richtung Zug bewegten.

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Beim Barte des Salvador Dalí

Meine Mutter hat mir seit klein auf eingebläut, dass man Spinat auf keinen Fall aufwärmen darf. Alte Hausfrauenweisheit. Ich wärme jetzt trotzdem etwas auf, aber Dalí ist ja schließlich kein Spinat. Nach meinem „Tribute to Dalí“ im Juli, war ich nun vor Kurzem in Figueres, dem Mekka-Pendant für Dalí-Fans. Wurde auch mal höchste Zeit, wenn man bedenkt, wie viele Lenze ich bereits zähle. Aber lassen wir das, der Blog heißt schließlich „Dinge, die ich mag“ und dazu gehört das Älterwerden definitiv nicht – jedenfalls nicht in diesem Tempo, bitteschön!

Daher back to topic…Figueres. Hier, in seinem Geburtsort, richtete Dalí noch zu Lebzeiten ein Museum ein, dem er selbst eine persönliche Note verlieh. So wurde bereits das Museum an sich zu einem Kunstwerk. Die Fassade wird von Eiern gekrönt, ein beliebtes Detail in vielen seiner Werke. Innen durchschreitet man einen Mund mit samtbezogenen Lippen, um in den nächsten Flur zu gelangen. Ein Raum wird komplett von einer Skulptur ausgefüllt. Im Innenhof befindet sich eine weitere Skulptur, deren Höhe mehrere Stockwerke beträgt. Gefüllt sind diese heiligen Hallen mit Gemälden, Skulpturen, Hologrammen und Schmuck aus den verschiedensten Schaffensperioden Dalís. Am bekanntesten ist wohl seine surrealistische Phase. Auch mir gefällt diese komplexe Kunst. Doch auch etwas an sich sehr simples, kann viel aussagen: So hängt in Figueres ein großes Gemälde ganz in Schwarz und Rot, wild durcheinandergemischt. Der Betrachter ahnt allein anhand dessen, dass es hier um Wut geht, um Gewalt. Und wie um diese Ahnung leise zu unterstreichen, klebt irgendwo, nicht besonders spektakulär oder aufsehenerregend, eine blutrote Feder. So und auf unzählige weitere Arten führt das Dalí-Museum in Figueres den Besuchern die Vielfalt dieses einmaligen Genies vor Augen.

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Falafel – verfeinert mit Sesam und Liebe

Die besten Falafel der Stadt Hamburg gibt´s definitiv bei Azeitona. Gratis dazu bekommt man jede Menge orientalische Atmosphäre, Kunst und Herzlichkeit. Fariz, der Inhaber, schnackt gern mit jedem, hat immer einen frechen Spruch und ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen. Mit seinem südländischen Temperament sorgt er im Azeitona für Stimmung. Fariz liebt seine Arbeit einfach, das spürt man. Ich finde es toll, wenn Leute ihren Job gern machen. Auch in meinem Stammcafé gibt es einen Mitarbeiter der mit einem strahlenden Lächeln nicht nur Kaffee eingießt, sondern auch Tassen abwäscht und beschwingt die Tische abwischt. Wenn er Schicht hat, trinke ich noch lieber Kaffee als sonst.

Viele Azeitona-Kunden sind Stammgäste und so kann es vorkommen, dass es mangels Pappbecher auch schon mal Getränke to go im Glas gibt. „Bring ich dir später wieder!“ Bei Azeitona herrscht, obwohl der kleine Laden quasi immer voll ist, eine fröhliche familiäre Stimmung. Drei, vier Mitarbeiter wuseln geschäftig herum, ohne dabei gestresst zu wirken und das Essen ist Weltklasse.

Auch gestern war der Ansturm im Azeitona wieder groß, der Strom der Bestellungen wollte überhaupt nicht abreißen. Ans Hinsetzen war gar nicht zu denken, sodass wir beschlossen, unsere Bestellung mitzunehmen und im Park zu essen. Obwohl Fariz sich bemühte, die Unmenge an Bestellungen im Blick zu behalten, nahmen schließlich zwei andere Gäste versehentlich unsere Bestellung mit. Also noch mal warten – aber es lohnt sich ja. Fariz entschuldigte sich tausendmal, obwohl wir es mit Humor nahmen und er selbst eigentlich gar nicht an der Verwechslung beteiligt gewesen war. Als wir schließlich bezahlen wollten, wehrte er ab und scheuchte uns mit einem Augenzwinkern raus. Dabei hätte dieser kleine Zwischenfall uns sicher nicht dazu gebracht, künftig auf die besten Falafel Hamburgs zu verzichten. Trotzdem haben wir uns natürlich über das Gratisessen gefreut, das wir im Park fast noch mit ein paar hartnäckigen Punks hätten teilen müssen. Schließlich wendeten sie sich aber doch wieder ihrem Bier zu. Wenn die gewusst hätten, was sie verpassen…

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„Vergess mein nicht“, flüsterte die schöne deutsche Sprache unter Tränen

Ich liebe unsere schöne deutsche Sprache mit ihrer Vielfalt an Synonymen und ihren komplexen grammatischen Strukturen. Umso trauriger macht es mich, wenn meine Mitmenschen sie grob misshandeln, indem sie bizarre neue Grammatikregeln erfinden. In letzter Zeit sind mir drei Dinge besonders aufgefallen: Falsch gebildeter Imperativ, die Verwechslung von „als“ und „wie“ sowie natürlich der Klassiker „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“. Ich muss gestehen, als Grammatikfetischist, der ich bin, alle vier Bände des Bestsellers von Bastian Sick gelesen zu haben. Bei einigem, das er in Band 3 und 4 anprangerte, habe ich zwar zunächst gedacht „Komm Bastian, nun denk dir mal nichts aus, nur um ein weiteres Buch vollzubekommen. So bekloppt redet doch niemand.“ Doch dann wurde ich oft schnell eines Besseren belehrt. Zum Beispiel als ich ein Mädchen in der Bahn sagen hörte „Ich bin eingeschlafen, bevor der Film zu Ende war. Deswegen ist der Fernseher die ganze Nacht eingeschalten geblieben.“ Eingeschalten! Konjugieren wir Verben seit Neuestem nur noch zur Hälfte?

Überhaupt hört man in der Bahn vieles, das einem Schauer über den Rücken jagen kann. Sätze wie beispielsweise „Ich bin stärker wie du. Mach Platz da!“ und „Wie als wenn das stimmt, du Schwächling!“ scheinen schon in den üblichen Sprachgebrauch übergegangen zu sein. Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich von dieser Blüte des natürlichen Sprachwandels halten soll.

Was man noch so in der U-Bahn hört? Nichts Gutes. „Treff dich doch noch mal mit ihr!“, ermuntert ein Jugendlicher seinen Kumpel. „Vergess sie lieber“, rät ihm ein anderer. Warum zur Hölle bildet man neuerdings den Imperativ mit „e“ statt mit „i“? Sogar mein bester Freund fordert mich bei unseren gemeinsamen Kochabenden des Öfteren auf: „Ess doch noch ein bisschen!“ Auch vor Akademikern macht die ominöse i-Allergie anscheinend keinen Halt. Lies den Duden! Mehr fällt mir dazu auch nicht mehr ein.

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