Die Dinge, die ich mag

Aufschreiben, was gut ist…

Menschenrechte für 1,4 Milliarden und Denkanstöße für alle

Der Victor, das wissen diejenigen, die hin und wieder meinen Blog lesen, interessiert sich nicht nur für das allabendliche Fernsehprogramm. Irgendwie reicht ihm das nicht, diesem verrückten Hund. Deshalb treibt er sich bald hier und bald dort herum, um bloß nichts im politischen, gesellschaftlichen, kulturellen oder kulinarischen Bereich zu verpassen.
„Stimmt“, sage ich. Ich muss immer überall dabei sein, interessiere mich für tausend Dinge. In einer modernen Wissens- und Informationsgesellschaft wahrscheinlich keine so schlechte Eigenschaft. Doch wo geht er hin, der Bildungsbürger von heute, um sein Verlangen nach Kunst und Politik zu stillen? Nun, beispielsweise zu den Veranstaltungen der Hamburger Körber-Stiftung. Zumindest tue ich das hin und wieder. Interessante Themen gibt es zuhauf: Mal geht es um Migration, mal um Europapolitik, dann wieder um asiatische Länder und manchmal auch um Musik.

Bei der letzten Veranstaltung der Körber-Stiftung, die ich besuchte, lautete das Thema: „Dialog in der Krise – China, Europa und die Menschenrechte“ – ein hochbrisantes Thema und dementsprechend hitzig war teilweise die Diskussion. Der Architekt Herr von Gerkan nahm eine recht wirtschaftliche Position ein und wetterte gegen den „Menschenrechtsimperialismus“ der Europäischen Union. Tilman Spengler, ein Sinologe, versuchte ihn zu beruhigen, indem er freundschaftlich seinen Arm tätschelte, und erwies sich im Laufe des Abends als grundsympathischer Typ, der das Prädikat „schweinecool“ verdient. Hinsichtlich der Menschenrechte habe sich in China schon viel getan, berichtete ein Chinese aus dem Publikum, während die Politologin Frau Dr. Kinzelbach der Meinung war, es sei möglich, das Tempo, in dem sich die Verbesserungen vollzögen, zu erhöhen. Der chinesischstämmige Journalist Ming Shi versorgte zwischendurch vor allem Herrn von Gerkan immer wieder mit einigen Informationsupdates. Einzig die Publikumsfrage, ob wachsender Wohlstand den Wunsch nach mehr Menschenrechten fördere oder bremse, versehen mit dem Hinweis, die DDR sei schließlich wirtschaftlich „ausgeblutet“ blieb schließlich im Raum stehen und im Kopf – zumindest in meinem – hängen.

posted by Victor in Allgemein and have No Comments