Roman sitzt im Knast. Wenn er Ausgang hat, geht er auf den Friedhof. Hier liegt der Junge begraben, den er als 14jähriger zu Tode geprügelt hat. Damals war ein Heimkind. Seine völlig überforderte Mutter hatte ihn bereits als Baby weggegeben. Vom Heim direkt ins Gefängnis. Er kennt nichts anderes als starre Regeln und Kontrolle. Überall Kameras, abmelden, anmelden. Regelmäßig schaut man ihm in sämtliche Körperöffnungen. Routine, Roman kennt nichts anderes. Der Zuschauer kann seine Angst vor der Freiheit spüren. Bald wird der mittlerweile 19jährige vorzeitig entlassen, wenn es ihm gelingt, eine Ausbildungsstelle zu finden. Trotzig entscheidet er sich für ein Bestattungsunternehmen.
Prompt kommt er am ersten Tag zu spät, wirft jedoch nicht hin, denn von diesem Ausbildungsplatz hängt sein erster Schritt in die Freiheit ab. Leicht machen es ihm die neuen Arbeitskollegen zunächst nicht: Sie behandeln den „Knasti“ recht barsch. Roman weiß sich noch nicht in der ungewohnten Umgebung zu bewegen. So bittet er einmal einen Kollegen, ihm beim Binden der Krawatte zu helfen. Dieser lehnt ab, sodass der Junge vorm Chef bloßgestellt wird. Eine ähnliche Situation später ihm Film – eine meiner Lieblingszenen: Derselbe Mitarbeiter bindet vorm Spiegel seine Krawatte. Er ist eigentlich bereits fertig, löst den Knoten jedoch wieder, als der Junge von hinten herantritt, und beginnt langsam noch mal von vorn, sodass Roman sich die Technik bei ihm abschauen kann. Die Miene des Mannes bleibt hart und ausdruckslos, doch die Geste zeigt, dass sich etwas verändert hat. Er kommt zwar nicht aus seiner Haut, bleibt ruppig, doch hat er Roman ins Herz geschlossen.
Romans Begegnung mit seiner Mutter und das Ende des Films möchte ich nicht vorwegnehmen, doch so viel sei gesagt: ein großartiger Film!