Die Dinge, die ich mag

Aufschreiben, was gut ist…

Sushi und Globalisierung an der Festtagstafel

Weihnachten. Standardprogramm: Auto packen, stundenlang auf meine Freundin warten, deren Wimpern vor der Abfahrt selbstverständlich noch akribisch getuscht werden müssen. Dann endlich losfahren, im Stau stehen, völlig entnervt und natürlich zu spät zum Mittagessen bei meinen Eltern aufkreuzen, noch völlig überfressen ein gefühltes Kilo Kuchen (“Ach Junge, nimm doch noch!”) draufschaufeln und schließlich nach dem üppigen Abendessen unter den Weihnachtsbaum rollen, um Geschenke auszupacken. Wenigstens die Kirche fiel dieses Jahr wegen allgemeinem Völlegefühl und der damit verbundenen Trägheit aus.

Ein wenig Magendrücken nahm ich aber gern in Kauf, denn zum Abendessen gab es dieses Jahr statt dem üblichen Gänsebraten Sushi satt! Grund war zwar nicht etwa meine Vorliebe für asiatisches Essen, sondern der Gesundheitstrip, auf dem meine Mutter sich gerade befindet. Hauptsache war jedoch die Tatsache, dass ich nach Herzenslust zulangen konnte. Auch das gemeinsame Zubereiten hat viel Spaß gemacht. Ich war überrascht, aber es ist wirklich gar nicht so schwierig mithilfe der Bambusmatte ein wenig Reis plus Füllung in ein Algenblatt (Nori) zu wickeln. Am besten schmeckt mir Thunfisch mit Avocado und auch Surimi ist nicht übel. Am leichtesten zuzubereiten ist Sashimi, eine Sushi-Art, bei der einfach ein Stück roher Fisch auf ein Reisbällchen gelegt wird. Das einzig Schwierige aber auch das Leckerste sind California Rolls: eine amerikanische Variante dieses japanischen Gerichts, bei der der Reis sich außen befindet und das Nori-Blatt somit umhüllt. In Sesam gewälzt – ein Traum!

Sushi als Weihnachtsessen ist ein weiterer Beweis dafür, dass alle Bereiche unseres Lebens der Globalisierung unterworfen sind und außerdem eine der besten Ideen, die meine liebe Mutti jemals hatte!

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Gar nicht mal so übel, Baby!

Man kennt das ja: Morgens dreht man beim Duschen das Radio auf und statt eines Gute-Laune-Hits serviert Energy Hamburg einem zum Start in den Tag Werbung für verdauungsförderndes Müsli (mit grausigem schwäbischem Akzent!) und das Herumdümpeln in hochkonzentriertem Salzwasser. Aus diesem Grund habe ich Float bisher immer gehasst. Einem Unternehmen, das morgens, wenn ich duschen will, Werbung schaltet, sodass mir ein durch musikalische Untermalung beschwingter Start in den Tag vergönnt ist, kann ich unmöglich zur Belohnung noch sauer verdientes Geld in den Rachen werfen. Egal wie übertrieben der entspannende Effekt von den beiden weiblichen Radiostimmen gelobt wird.

Meine Freundin duscht lieber abends, damit sie morgens länger schlafen kann, wie sie sagt. Daher war sie kein bisschen genervt von der Float-Werbung und hatte zu unserem Jahrestag einen Termin für einen sogenannten Paarfloat vereinbart. Innerlich widerstrebte mir das sehr, doch um des lieben Friedens willen tat ich ihr den Gefallen, erfreut drein zu schauen.

Als wir schließlich im viel gepriesenen hochkonzentrierten Salzwasser herumdümpelten, fiel es mir zuerst schwer, darauf zu vertrauen, dass das Wasser mich ohne mein Zutun tragen würde, doch irgendwann verlor ich das Zeitgefühl. Im Dunkeln trieben wir im Wasser und lauschten leiser Musik. Als nach einer Stunde langsam das Licht wieder anging, musste ich mir selbst eingestehen, dass ich nun doch relativ entspannt war. Vor allem fühlt man sich nach dem Floaten richtig gut durchgewärmt, was angesichts des hereinbrechenden Winters echt gut tut. Allerdings ist die ganze Sache zu teuer, um das Floaten regelmäßig zu wiederholen. Vielleicht zum nächsten Jahrestag wieder.

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Die Vorweihnachtszeit

Ich mag die Vorweihnachtszeit. Ganz ehrlich, tatsächlich und wirklich. Und ich bin mir relativ sicher, dass ich mit dieser Ansicht auch als Mann nicht ganz alleine dastehe. Ich mag den Winter, auch wenn er klirrend kalt ist, mein Auto komplett zueist, mir immer wieder eine Erkältung verpasst und die Straßen annähernd unbefahrbar macht. Und das sicherlich überwiegend aus dem Grund, dass jedes Jahr um diese Zeit eine ganz besondere Stimmung vorherrscht.

Die hell erleuchteten Fenster, an denen man „abends“ im Dunkeln – um diese Jahreszeit also um fünf Uhr nachmittags – vorbeifährt, die weihnachtlich geschmückten Schaufenster und Einkaufspassagen und die erwärmende Tasse Tee, die einen nach der Arbeit im trauten Heim erwartet. Irgendwie hat das etwas Besonderes – obwohl es mit einer Partnerin an seiner Seite natürlich einen größeren, positiven Reiz hat, als ohne.

Ich erinnere mich nur ungern an die zahlreichen Vorweihnachtzeiten in der Vergangenheit zurück, in denen ich abends alleine meinen Tee getrunken habe oder an Heiligabend mit meinen Eltern am Weihnachtsbaum saß – übrigens spreche ich jetzt nicht von der Zeit, als ich noch jünger als fünfzehn war. Das hatte doch etwas Deprimierendes. Aber, etwas Deprimierendes finde ich trotz allem immer wieder zur Weihnachtszeit in wirklich jeder Situation und jeder geschmückten Ecke. Die Konsumsucht und den Drang mit allem maßlos zu übertreiben, denen die Einfachheit der besonderen Stimmung immer mehr weicht. Ich brauche keinen Glitter, keine grell blinkende Lichterketten, keinen Lebkuchen im September und auch keine ellenlangen Wunschzettel, um den Hauch von Weihnachten zu spüren.

Nun mag man vermuten, das liegt daran, dass ich der männlichen Bevölkerungshälfte angehöre, die ja bekanntlich „weniger weihnachtlich veranlagt ist, als Frauen“ – um es mal mit den Worten einer sehr „weihnachtlich veranlagten“ Freundin zu sagen. Ganz ehrlich denke ich aber, dass das totaler Humbug ist. Seit wann machen der Wert der Geschenke oder der Dekorationsgrad des Wohnraumes das „Fest der Liebe“ – ebenfalls ein Zitat besagter Freundin – aus?

Na ja, wenigstens hat jeder die Möglichkeit, seine Feste so zu feiern, wie es ihm oder ihr am liebsten ist. Und da ich Weihnachten in diesem Jahr nicht alleine feiern werde, kann ich wohl trotz allem behaupten: Ja, ich mag die Vorweihnachtszeit und auch Weihnachten … .

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